Microsofts Eigenentwicklung im KI-Chip-Bereich bekommt möglicherweise prominente Unterstützung. Berichten zufolge führt der Softwarekonzern erste Gespräche mit dem KI-Startup Anthropic über den Einsatz seines hauseigenen Prozessors Maia 200 — ein Schritt, der Microsofts Strategie zur Unabhängigkeit von Nvidia und anderen Drittanbietern erheblich voranbringen würde.
Maia 200 sucht Abnehmer
Die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium. Für Microsoft wäre ein Abschluss dennoch strategisch wertvoll: Anthropic ist bislang eng mit Google und Amazon verflochten — finanziell wie infrastrukturell. Würde das Unternehmen künftig auch auf Microsofts eigene Chips setzen, wäre das eine klare Bestätigung der internen Hardware-Strategie.
Hinter dieser Strategie steckt handfestes wirtschaftliches Kalkül. Drittanbieter-GPUs treiben die Kosten in die Höhe. Wer eigene Chips entwickelt, schützt langfristig die Margen — gerade in einem Geschäft, das aktuell enorme Kapitalmengen verschlingt.
Wachstum trifft auf Investitionsdruck
Die Wachstumszahlen sind beeindruckend. Das KI-Geschäft läuft auf einen annualisierten Umsatz von 37 Milliarden Dollar zu, ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Azure wächst mit 40 Prozent. Die Intelligent-Cloud-Sparte erzielte zuletzt einen Quartalsumsatz von knapp 35 Milliarden Dollar.
Auf der anderen Seite der Bilanz: Die Investitionsausgaben kletterten im letzten Quartal auf rund 31 Milliarden Dollar — fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Verluste aus dem OpenAI-Investment weiteten sich auf 3,1 Milliarden Dollar aus. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund elf Prozent im Minus und liegt damit fast neun Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Sicherheitstools und Ex-Dividende
Abseits der Hardware-Diskussion veröffentlichte Microsofts KI-Sicherheitsteam zwei interne Tools als Open Source: „Rampart“, ein Framework zum Schutz von KI-Agenten vor Angriffen wie Prompt Injection, sowie „Clarity“, ein Überprüfungswerkzeug für KI-Agenten-Designs. Parallel dazu warnte das Unternehmen vor zwei aktiv ausgenutzten Sicherheitslücken in der Defender-Software — automatische Updates wurden bereits ausgerollt.
Donnerstag war zudem Ex-Dividende-Tag. Die Quartalsdividende von 0,91 Dollar je Aktie wird im Juni ausgezahlt.
Bewertung mit Vorbehalt
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25 spiegelt eine gedämpfte Erwartungshaltung wider — kein Euphorie-Niveau, aber auch kein Schnäppchen. Die zentrale Frage für die kommenden Quartale ist, ob die massiven Infrastrukturinvestitionen endlich in messbarem Operating Leverage münden. Erste Hinweise könnten die Zahlen zum Abschluss des Geschäftsjahres im Juli liefern.
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