Microsoft will KI-Rechenleistung dorthin bringen, wo sie genutzt wird: auf den Schreibtisch. Mit dem Surface Laptop Ultra setzt der Konzern auf einen Nvidia-Chip und auf die These, dass sich Rechenlast künftig stärker vom Rechenzentrum auf die Endgeräte verteilt.
Premium-Gerät mit KI-Chip
Der Laptop startet bei 2.599 Dollar. Vorbestellungen laufen bereits, die Auslieferung beginnt am 16. Oktober. Das Gerät bietet bis zu 128 Gigabyte einheitlichen Speicher und rund ein Petaflop Rechenleistung. Nvidia-Chef Jensen Huang verglich das mit dem Datacenter-Server DGX-1 von 2016, der 250 Millionen Dollar gekostet habe.
Entwickler sollen Programmieranfragen je nach Bedarf lokal auf der GPU oder in der Cloud verarbeiten lassen. Über Windows 11 lassen sich Coding-Agenten in abgeschottete Container sperren, um unerwünschte Systemzugriffe zu verhindern. Nutzer können zudem verschiedene Modelle installieren, ohne laufende Abrechnungen für Cloud-Nutzung zu fürchten.
Aufmerksamkeit zog auch eine Ankündigung am Rande auf sich: Meta bringt eine Windows-Version seines KI-Agenten Muse. Der Agent hat laut Microsoft zuletzt Apples App Store angeführt und ChatGPT überholt.
Hardware ist nicht das Kerngeschäft
Microsoft baut seit 2012 eigene Rechner, zählt laut Gartner aber nicht zu den sechs größten PC-Anbietern. Der Versuch, den KI-Boom für Geräteverkäufe zu nutzen, ist zudem nicht neu. 2024 führte der Konzern den Copilot+-PC-Standard ein, inzwischen steht die Marke Surface wieder stärker im Vordergrund.
Auch bei den KI-Modellen bleibt Microsoft Verfolger: Die eigenen Modelle sind weniger gefragt als die von OpenAI und Anthropic und liegen in einem Leistungsvergleich nicht vorn. Ein Analyst von Creative Strategies kommentierte nach der Präsentation, Microsoft könne ihn zu Windows zurückholen.
Das Ökosystem wächst derweil. HP zeigte parallel Windows auf seiner Workstation ZGX Fury mit Nvidias GB300-Chip und stellte OmniBook-Notebooks mit RTX Spark vor. Sie sollen größere KI-Modelle ohne Cloud-Anbindung ausführen. Nadella sprach bei dem Event davon, dass sich das Zusammenspiel von Cloud und Endgerät in den kommenden Jahren verschieben könnte.
Termin im Kalender
Konkret wird es am 28. Oktober. Dann legt Microsoft nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, die Telefonkonferenz beginnt um 2:30 Uhr pazifischer Zeit. Dort dürfte sich zeigen, wie der Konzern Cloud-Wachstum und neue Hardware-Strategie zusammenbringt.
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