Frankreich vollzieht einen deutlichen Schritt in Richtung digitaler Souveränität: Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ersetzt der Staat Microsoft Azure durch den französischen Cloud‑Anbieter Scaleway, eine Tochter der Iliad‑Gruppe, als neuen Host für den nationalen Health Data Hub.
Microsoft-Aktie: US-Konzern wird in Europa immer häufiger ausgebootet
Die Entscheidung ist Teil einer breiteren europäischen Bewegung, kritische Dateninfrastrukturen von US‑Konzernen zu lösen und stärker auf heimische Anbieter zu setzen. Auch andere Akteure gehen diesen Weg: Schleswig‑Holstein etwa migriert 30.000 Regierungsarbeitsplätze weg von Microsoft‑Produkten, während Dänemarks Digitalministerium nach ähnlichen Schritten in Kopenhagen und Aarhus auf LibreOffice umstellt.
Für Scaleway ist der Zuschlag ein strategischer Erfolg. Das Unternehmen wurde anhand von mehr als 350 technischen Kriterien bewertet und übernimmt künftig die Sicherung der Gesundheitsdaten von zig Millionen französischer Bürger. Der Auftrag stärkt zudem die Position französischer Cloud‑Anbieter in Europa, nachdem die EU‑Kommission bereits im April einen 180‑Millionen‑Euro‑Cloudvertrag an Scaleway, Post Telecom, OVHcloud und STACKIT vergeben hatte.
Microsoft-Aktie: Rechtliche und politische Risiken
Der Wechsel ist auch eine Reaktion auf rechtliche Risiken: Die französische Datenschutzbehörde verweigerte eine dauerhafte Datenübertragung an Microsoft, weil US‑Gesetze extraterritoriale Zugriffe ermöglichen könnten. Später führte die nationale Cybersicherheitsbehörde den SecNumCloud‑Standard ein, der faktisch US‑Anbieter ausschließt, wenn es um besonders sensible Daten geht.
Ein 2024 verabschiedetes Gesetz schreibt zudem vor, dass kritische staatliche Daten ausschließlich auf staatlich garantierter Infrastruktur liegen dürfen. Hintergrund der zunehmenden Loslösung von US-Cloudanbietern ist auch die sehr konfrontative Politik des derzeitigen US-Präsidenten gegenüber der EU.
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