Microsoft schraubt an der Ausschüttung, während US-Präsident Donald Trump im Sommer offenbar kalte Füße bekam. Zwei Nachrichten, die zeigen: Der Softwarekonzern bewegt sich derzeit auf mehreren Ebenen gleichzeitig – solide im operativen Geschäft, unruhig im politischen Umfeld.
Am 15. September kündigte Microsoft eine Erhöhung der Quartalsdividende um 8 Prozent auf 0,98 US-Dollar je Aktie an. Ausgezahlt wird sie am 10. Dezember, die Hauptversammlung findet zwei Tage zuvor statt.
Parallel dazu treibt der Konzern den Umbau seiner Gaming-Sparte voran: Berichten zufolge sollen 268 weitere Stellen wegfallen, eingebettet in einen im Juli angekündigten Abbau von insgesamt 3.200 Positionen. Die Aktie schloss zuletzt bei 498,00 US-Dollar an der Nasdaq. Die nächsten Quartalszahlen werden Ende Oktober erwartet.
Trump verkauft und kauft binnen drei Tagen zurück
Eine frisch offengelegte Finanzoffenlegung wirft ein Schlaglicht auf das Investmentverhalten des US-Präsidenten. Für Juli weist sie 1.156 Wertpapiertransaktionen aus, mit einem Gesamtwert von bis zu 270 Millionen US-Dollar. Am 20. Juli verkaufte Trumps Depot Microsoft-Aktien im Wert von fünf bis 25 Millionen US-Dollar – zusammen mit einer ähnlich großen Amazon-Position.
Nur drei Tage später kaufte er beide Titel wieder zu, allerdings in deutlich kleinerem Volumen: Microsoft für 100.001 bis 250.000 US-Dollar. Am gleichen Tag flossen Millionenbeträge in Nvidia, während Oracle-Aktien verkauft wurden.
Das Weiße Haus verweist darauf, dass unabhängige Finanzinstitute das Portfolio verwalten und weder der Präsident noch seine Familie Handelsentscheidungen beeinflussen könnten. Für den Kurs dürfte dieses kurzfristige Hin und Her kaum Bedeutung haben – interessant ist es dennoch als Fingerzeig auf die Nervosität rund um Tech-Bewertungen im Sommer.
Analysten sehen Potenzial jenseits von Azure
Während sich die Diskussion um Microsoft meist um das Cloud-Wachstum von Azure dreht, verweist Jefferies-Analyst Brent Thill auf ein unterschätztes zweites Standbein: das klassische Microsoft-365-Geschäft.
Mit dem Enterprise-Paket E7, das für 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat KI-Funktionen bündelt, sieht er Spielraum für höhere Erlöse je Kunde – viele Großunternehmen zahlen bereits rund 90 US-Dollar für die Kombination aus Microsoft 365 E5 und Copilot, der Sprung auf E7 wäre finanziell überschaubar.
Der breitere Analystenkonsens bleibt derweil klar positiv. Von 55 erfassten Analysten empfehlen 38 die Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 575,34 US-Dollar – gut 15 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.
Die nächsten Quartalszahlen Ende Oktober dürften zeigen, ob sich das Umsatzpotenzial aus höherwertigen Microsoft-365-Paketen bereits in den Zahlen niederschlägt.
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