Microsoft passt die Monetarisierung seiner KI-Software an. Der Softwarekonzern setzt bei Microsoft 365 Copilot künftig auf ein zweistufiges Abrechnungssystem. Neben der monatlichen Basislizenz für Copilot Chat und Büroanwendungen wie Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams wird der Zugriff auf fortgeschrittene Agenten nun nutzungsbasiert abgerechnet.
Hybridmodell für Unternehmenssoftware
Die nutzungsabhängige Abrechnung greift bei spezialisierten Assistenten wie Cowork, Code, Autopilot und SharePoint-Agenten sowie den Modellen Astra und Fable. Die dafür fälligen Copilot-Guthaben richten sich nach dem jeweils eingesetzten Modell, dem Kontext, der Laufzeit und der Tool-Nutzung.
Administratoren in Kundenunternehmen erhalten Steuerungswerkzeuge, um Ausgabenlimits pro Organisation oder Nutzer festzulegen sowie Warnschwellen und Verbrauchsberichte zu verwalten.
Welche finanziellen Dimensionen der Rollout erreichen kann, zeigt das Beispiel von Großkunden wie dem britischen Gesundheitsdienst NHS England, der 505.000 Mitarbeiter mit Copilot-Lizenzen ausgestattet hat. Gleichzeitig behält die britische Wettbewerbsbehörde CMA Microsoft im Auge: Sie leitete im Juli eine Untersuchung zu Anpassungen bei Verbraucherabonnements ein, hat bislang jedoch keine Geldstrafen verhängt.
Die strategische Weichenstellung trifft an den Märkten auf Zustimmung. Das Analysehaus Oppenheimer zählt Microsoft zu seinen Favoriten im Technologiesektor und verweist auf die starke Stellung von Anbietern, die feste Nutzerlizenzen mit verbrauchsabhängigen Gebühren verknüpfen.
Nach Einschätzung des Hauses tritt die Branche nun in eine Phase ein, in der Unternehmenskunden messbare finanzielle Erträge aus ihren KI-Investitionen verlangen. Microsoft erwirtschaftet im Bereich künstlicher Intelligenz bereits Erlöse von über einer Milliarde US-Dollar.
Infrastruktur und Sicherheitslage
Parallel zum Ausbau der Softwaremonetarisierung stehen die immensen Infrastrukturausgaben des Konzerns im Fokus. Im Markt wird debattiert, wie schnell sich die massiven Rechenzentrumsinvestitionen amortisieren.
Bei Microsoft sank die ausgewiesene Investitionsprognose für das laufende Ausbauprogramm rechnerisch von 190 Milliarden auf 175 Milliarden US-Dollar, nachdem der Konzern künftige Leasingverträge für Rechenzentren von Finanzierungs- auf operative Leasingmodelle umgestellt hatte.
Auf operativer Ebene meldete das Unternehmen zudem einen Vorfall in der Cloud-Sparte: Ein mit der Gruppe Storm-3168 in Verbindung gebrachter Akteur hatte über kompromittierte Dienstkonten mehr als 100 Speicherkonten auf der Cloud-Plattform Azure gelöscht. Microsoft wertete die Aktivität als Vorbereitung eines Erpressungsversuchs, stellte jedoch weder Lösegeldforderungen noch einen Abfluss von Kundendaten fest.
An der Börse zeigt sich der Titel stabil: Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 447,90 Euro und liegt mit einem Abstand von 7,1 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 418,04 Euro.
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