Microsoft bekommt in Großbritannien ein neues Wettbewerbsproblem. Die CMA prüft, ob der Konzern im Geschäft mit Unternehmenssoftware eine strategische Marktstellung erhält. Das klingt technisch, kann aber tief in das Geschäftsmodell greifen. Die Briten könnten Microsoft dann konkrete Verhaltensregeln auferlegen.
London nimmt das Softwarepaket ins Visier
Die Prüfung läuft seit dem 14. Mai 2026 unter dem britischen DMCC Act 2024. Im Kern geht es um die Frage, ob Microsoft seine Produktivitäts-, Server- und Sicherheitssoftware so bündelt, dass Rivalen strukturell benachteiligt werden.
Für Microsoft ist das heikel. Der Konzern verdient nicht nur mit einzelnen Programmen Geld, sondern mit eng verzahnten Plattformen. Office, Cloud-Dienste, Sicherheitslösungen und Windows-nahe Funktionen greifen im Alltag vieler Unternehmen ineinander.
Genau dort setzen Wettbewerbshüter an. Eine Einstufung mit „Strategic Market Status“ würde der CMA mehr Macht geben, um Vorgaben für das Verhalten im Markt zu machen. Das Verfahren reiht sich in die breitere Debatte in den USA und der EU ein, wo die Integration von Cloud- und Produktivitätstools ebenfalls kritisch gesehen wird.
LinkedIn kürzt und schichtet um
Parallel dazu baut LinkedIn um. Die Microsoft-Tochter will rund 5 Prozent der weltweiten Belegschaft abbauen, etwa 875 Beschäftigte sind betroffen. Insgesamt zählt LinkedIn rund 17.500 Mitarbeiter.
Das Unternehmen will Ressourcen stärker in wachstumsnahe Felder lenken. Dazu zählen KI-nahe Dienste und professionelle Services. Die Botschaft an den Markt ist klar: Microsoft hält am Wachstumskurs fest, achtet aber stärker auf Effizienz.
Die Aktie reagiert am Donnerstag freundlich und notiert bei 351,60 Euro. Das entspricht einem Plus von 1,59 Prozent im Tagesverlauf.
Das größere Bild bleibt dennoch gemischt. Seit Jahresanfang liegt der Titel 12,88 Prozent im Minus und handelt weiter unter der 200-Tage-Linie. Die jüngste Erholung ändert damit noch nicht den angeschlagenen mittelfristigen Trend.
Technikseite liefert positive Signale
Abseits der Regulierung meldete Microsoft Fortschritte bei der Sicherheit. Am 13. Mai stellte der Konzern MDASH vor, ein KI-System zur Suche nach Schwachstellen in Windows-Netzwerk- und Authentifizierungskomponenten. Es fand bereits 16 bisher unbekannte Fehler, darunter vier kritische Lücken für entfernte Code-Ausführung.
Auch bei Windows Update bessert Microsoft nach. Ein neues Zielsystem über Hardware-IDs soll verhindern, dass manuell installierte Grafiktreiber durch ältere Versionen ersetzt werden. Für Unternehmenskunden zählt solche Stabilität, weil Treiberprobleme im laufenden Betrieb teuer werden können.
Analysten bleiben trotz der neuen Prüfung überwiegend positiv. Die genannten Kursziele bewegen sich meist zwischen 550 und 600 Dollar, der Konsens liegt bei 560,88 Dollar. Dahinter steht die Erwartung, dass Cloud, KI und agentenbasierte Systeme weiter wachsen.
Kurzfristig treffen damit zwei Kräfte aufeinander: operativer Fortschritt und steigender Regulierungsdruck. Solange die Aktie unter der 200-Tage-Linie bleibt, ist die Erholung technisch nicht abgeschlossen. Das CMA-Verfahren setzt nun einen neuen Prüfstein für Microsofts Plattformstrategie in Europa.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 14. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
