Es gibt Momente, in denen ein Fonds kauft, während alle anderen zögern. Broyhill Asset Management hat im ersten Quartal genau das getan: eine neue Position in der Microsoft-Aktie aufgebaut, und zwar zu einem Zeitpunkt, als die Aktie so günstig bewertet war wie selten in den vergangenen Jahren.
Bewertung auf Marktniveau
Der Auslöser war simpel. Laut dem Quartalsbericht des Fonds fiel die Bewertung von Microsoft auf ein Niveau, das mit dem breiten Markt vergleichbar ist. Für einen Titel, der jahrelang mit einem satten Aufschlag gehandelt wurde, ist das schon ein Signal. Broyhill sah darin offenbar eine Gelegenheit, die man nicht liegen lässt.
YTD liegt die Microsoft-Aktie rund 10 Prozent im Minus, die 52-Wochen-Spanne reicht von knapp 310 bis über 490 Euro. Wer im ersten Quartal eingestiegen ist, hat also wohl einen der günstigeren Einstiegspunkte des vergangenen Jahres erwischt.
Microsoft Aktie Chart
Woher kam das Geld?
Finanziert wurde der Einstieg aus einer ganzen Reihe von Liquidierungen. Broyhill trennte sich vollständig von Evolution und Avantor, nachdem das Engagement in beiden Positionen bereits schrittweise reduziert worden war. Dazu kamen Gewinne aus Kennedy Wilson und Fresenius Medical Care sowie ein Teil der Gewinne aus Philip Morris International.
Gleichzeitig baute der Fonds neue Positionen in Smurfit WestRock, Sotera Health, Masco und Floor & Decor auf. Microsoft ist also eine von mehreren neuen Ideen, aber die einzige mit dem Argument der gesunkenen Bewertung als explizitem Kaufgrund.
Konträr, aber nicht blind
Broyhill ist bekannt dafür, gegen den Strom zu schwimmen, wenn die Zahlen es hergeben. Dass ausgerechnet jetzt, wo Norwegens Staatsfonds Positionen in Microsoft abbaut und die Aktie deutlich unter ihrem Jahreshoch notiert, ein Value-orientierter Fonds einsteigt, passt ins Bild. Die einen sehen ein Warnsignal, die anderen einen Rabatt. Broyhill hat sich entschieden.
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