Microsoft-Aktie: BNP sieht Copilot als Zünder!

BNP-Analyst Slowinski erwartet eine Erholung der Microsoft-Aktie durch interne Copilot-Offensive und starke Azure-Performance trotz hoher interner Nutzung.

Auf einen Blick:
  • BNP Paribas nennt Copilot-Upgrades und Azure als zentrale Kurstreiber
  • CEO Satya Nadella führt intern ein 'Copilot Code Red' durch
  • Analyst Slowinski glaubt, Microsoft kann Azure-Erwartungen übertreffen
  • Verlangsamtes Capex-Wachstum könnte FCF-Margen stützen

Die Microsoft-Aktie dümpelte zuletzt vor sich hin, und die Investoren wissen selbst, warum: Copilot hat nicht so recht gezündet. Das ist kein Geheimnis. BNP Paribas hat nun eine Investorenkonferenz abgehalten, um genau diese Frustration zu adressieren, und Analyst Stefan Slowinski hat dabei klargemacht, wo er die Knackpunkte sieht.

Der sogenannte „SaaS Smash“ hat auch Microsoft nicht verschont, den nach wie vor größten SaaS-Anbieter der Welt. Investoren vermissen schlicht den Beweis, dass Copilot wirklich zieht. Und solange der ausbleibt, steht die Tür offen für Anthropic mit seinem Cowork-Produkt, das genau in diese Lücke stoßen will.

Nadella persönlich am Steuer

Was Slowinski dennoch optimistisch stimmt: CEO Satya Nadella hat intern ein sogenanntes „Copilot Code Red“ ausgerufen und leitet es persönlich. Ab dem 1. Mai soll das E7-Suite-Launch erste Verbesserungen liefern, im weiteren Jahresverlauf folgen Agent Mode, Copilot Cowork, Critique, Council und Agent 365. Das Produkt-Feedback verbessere sich bereits, so Slowinski, und eine bessere Wahrnehmung von Copilot könnte Investoren wieder beruhigen.

Azure: Noch Luft nach oben

Dazu kommt die Azure-Frage. Rund 30 Prozent der neuen Kapazität im letzten Quartal floss in interne Nutzung, also First-Party-Apps wie Copilot und die eigene LLM-Entwicklung. Manche Investoren fürchten, Microsoft werde in einen Superintelligenz-Wettbewerb mit OpenAI, Anthropic und Meta hineingezogen, auf Kosten des Azure-Marktanteils.

Slowinski hält dagegen. Er glaubt, Microsoft kann die Azure-Konsenserwartungen in den kommenden Quartalen übertreffen, selbst wenn 50 Prozent der neuen Kapazität intern bleibt. Explodierender Token-Verbrauch und höhere GPU-Mietpreise könnten die Azure-Preise zusätzlich treiben.

Die Formel für eine Erholung

Für das große Bild skizziert Slowinski eine einfache Rechnung: Wenn Microsoft ab nächstem Jahr verstärkt auf Neocloud-Partner-Kapazitäten setzt, dürfte das Capex-Wachstum nachlassen. Kombiniert mit FCF-Margen von rund 20 Prozent, die bei Hyperscaler-Peers derzeit bei null Prozent stehen, und neu gewonnenem Vertrauen in Copilot sowie Azure-Überraschungen, könnte die Aktie wieder in die Spur finden.

Vorbörslich notierte die Microsoft-Aktie am Freitag leicht im Plus. Ob das der Beginn der von Slowinski erhofften Erholung ist oder nur das übliche Rauschen, wird Copilot zeigen müssen.

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