Die Aktie von Microsoft legte im nachbörslichen Handel am Mittwoch um vier Prozent zu, nachdem der Konzern Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt hatte. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar, während der Gewinn je Aktie bei 4,89 Dollar lag. Analysten hatten im Schnitt mit 4,73 Dollar je Aktie und 90,6 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Besonders die Cloud-Sparte zeigte Stärke: Der Umsatz mit Microsoft Cloud überschritt 63,9 Milliarden Dollar und wuchs damit um 30 Prozent.
CEO Satya Nadella betonte in der Telefonkonferenz, Microsoft habe „unser bisher größtes Update für Copilot angekündigt“, das verschiedene Funktionen zu einer einheitlichen Erfahrung zusammenführe. Die Zahl der täglichen Nutzer sei gegenüber dem Vorquartal um fast 50 Prozent gestiegen. Zudem verdreifachte sich der Umsatz mit der Foundry-Plattform im Jahresvergleich, während die Zahl der zahlenden Fabric-Kunden um mehr als 50 Prozent zulegte.
Azure wächst schneller als prognostiziert
Die Azure-Sparte verzeichnete ein Wachstum von 48 Prozent und übertraf damit die Analystenschätzung von 44,8 Prozent deutlich. Finanzvorstand Amy Hood erklärte, das Wachstum sei durch „sehr, sehr gute Arbeit“ bei der Plattformeffizienz und eine stärkere Monetarisierung von CPU-Kapazitäten getrieben worden. Allerdings verzögerten sich einige GPU-as-a-Service-Verträge mit Drittanbietern in die zweite Jahreshälfte. Für das zweite Quartal prognostiziert Microsoft ein Azure-Wachstum von 49 bis 50 Prozent bei konstanten Wechselkursen.
Julian Lin von der Investing Group Best Of Breed Growth Stocks sieht in der Azure-Beschleunigung eine erwartete Entwicklung, zeigt sich aber beeindruckt vom „widerstandsfähigen Wachstum“ im Software-Geschäft. Die Premium-Bewertung der Aktie im Vergleich zu anderen Hyperscalern deute darauf hin, dass Investoren Microsoft eine größere KI-Monetarisierung durch die Unternehmenskundenbasis zutrauen. Analystin Julia Ostian verwies darauf, dass Meta Platforms in der Vorwoche berichtet hatte, nicht nur die eigene Kapazität ausgeschöpft, sondern auch mehr bei Hyperscalern angemietet zu haben als geplant.
Investitionsausgaben erreichen neue Dimensionen
Microsoft gab bekannt, die Investitionsausgaben im zweiten Quartal auf über 50 Milliarden Dollar steigern zu wollen. Für das Kalenderjahr rechnet Hood mit Ausgaben von etwa 170 Milliarden Dollar, da sich verzögerte Kapazitäten Dritter in die zweite Jahreshälfte verschieben. Im ersten Quartal lagen die Investitionsausgaben bei 45,2 Milliarden Dollar. Nadella erklärte, Microsoft habe im Quartal 24 neue Rechenzentren auf fünf Kontinenten hinzugefügt und den Durchsatz für Copilot-Workloads um mehr als 50 Prozent erhöht.
Hood betonte mehrfach, die Kundennachfrage übersteige weiterhin das verfügbare Angebot. Zugleich verwies sie auf „quartalsweise Schwankungen“ durch technische Effizienzsteigerungen und neue Kapazitätserweiterungen. Im Bereich Devices and Consumer zeigte sich Schwäche: Der Umsatz sank um drei Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar, wobei der Umsatz mit Windows OEM und Geräten um 22 Prozent zurückging. Hood nannte erhöhte Lagerbestände als anhaltenden Gegenwind.
Für das zweite Quartal erwartet Microsoft einen Gesamtumsatz zwischen 96 und 97,1 Milliarden Dollar, was über der Analystenschätzung von 95,6 Milliarden Dollar liegt. Trotz der massiven Kapitalausgaben rechnet das Unternehmen damit, im Geschäftsjahr 2027 einen positiven freien Cashflow zu erzielen. Microsoft hat damit sowohl die Analysten wie auch den Markt vollkommen überzeugt. Die Aktie steht kurz davor, die 500-Euro-Marke zu knacken. Die Kursziele reichen darüber hinaus.
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