Microsoft Aktie: Azure 101,9 Milliarden im Geschäftsjahr

Symbolbild, KI-generiert

Microsoft legt Azure mit 101,9 Milliarden Dollar Jahresumsatz offen, während BofA Securities das Kursziel auf 600 Dollar anhebt.

Auf einen Blick:
  • Azure erzielt 101,9 Milliarden Dollar
  • Quartalsumsatz erreicht 29,4 Milliarden Dollar
  • BofA Securities erhöht Kursziel auf 600 Dollar
  • Nadella verkauft 86.525 Microsoft-Aktien

Microsoft hat seine Berichterstattung grundlegend angepasst und weist die Umsatzzahlen seiner Cloud-Plattform Azure nun erstmals separat aus. Dieser Schritt sorgt für eine deutlich höhere Transparenz im Wettbewerb mit den Cloud-Sparten von Amazon und Alphabet. In dem am 30. Juni zu Ende gegangenen Geschäftsjahr erzielte Azure einen Umsatz von 101,9 Milliarden Dollar, während das jüngste Quartal allein 29,4 Milliarden Dollar beisteuerte.

Strategische Neuausrichtung der Bilanzierung

Die neue Form der Segmentberichterstattung ermöglicht es Anlegern, die Leistung der Cloud-Sparte direkter zu bewerten. Im Zuge dieser Umstellung hat Microsoft auch die historischen Finanzdaten angepasst, um eine Vergleichbarkeit für das kommende Geschäftsjahr 2027 zu gewährleisten.

Laut Reuters wurde die Umsatzprognose für Azure geringfügig gesenkt, was auf die interne Verschiebung einiger Erlöse von GitHub in den Bereich Microsoft 365 Cloud zurückzuführen ist. Diese technischen Anpassungen in der Bilanzierung änderten jedoch nichts an der positiven Grundstimmung am Markt nach Bekanntgabe der Details.

Flankiert wird die Cloud-Strategie durch einen weiteren Ausbau der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen erweiterte am vergangenen Dienstag seine Zusammenarbeit mit HUMAIN, um ein KI-Produktivitätspaket anzubieten. Dieses kombiniert Microsoft 365 Copilot mit regionalen Kapazitäten für bis zu eine Million Unternehmenskunden im Nahen Osten und in Afrika.

Analysten heben das Kursziel an

Die Analysten reagierten positiv auf die erhöhte Transparenz und die anhaltende Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz. Tal Liani, Analyst bei BofA Securities, hob am Dienstag das Kursziel für die Aktie von 500 auf 600 Dollar an und behielt die Einstufung auf „Buy“ bei. Die Experten sehen in der detaillierten Offenlegung der Azure-Zahlen eine Bestätigung für die starke Marktstellung des Konzerns.

Am Aktienmarkt verzeichnete das Papier am Freitag einen Rückgang um 1,9 Prozent und schloss bei 430,15 Euro. Damit notiert der Wert rund 10 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 28. Oktober 2025 bei 478,10 Euro markiert wurde. Trotz der kurzfristigen Schwankungen am Freitag reagierte der Kurs im nachbörslichen Handel unmittelbar nach der Veröffentlichung der neuen Azure-Daten zunächst mit einem Plus von etwa 1,4 Prozent.

Geplante Aktientransaktionen der Geschäftsführung

Im Bereich der Insider-Aktivitäten wurde am Donnerstag bekannt, dass CEO Satya Nadella am Dienstag ein größeres Aktienpaket veräußert hat. Medienberichten zufolge verkaufte er 86.525 Stammaktien zu Preisen zwischen 498,24 und 505,20 Dollar, was einem Gesamtwert von etwa 43,4 Millionen Dollar entspricht.

Dieser Verkauf erfolgte jedoch nicht kurzfristig, sondern basierte auf einem bereits am 8. März 2026 festgelegten Handelsplan gemäß der US-Vorschrift Rule 10b5-1. Solche Pläne werden von Führungskräften genutzt, um Aktienverkäufe lange im Voraus festzulegen und so den Vorwurf des Insiderhandels zu vermeiden. Es handelt sich dabei um eine routinemäßige Diversifizierung des privaten Portfolios.

Zuletzt arbeitete das Unternehmen zudem an der Stabilität seiner Dienste. Nachdem Nutzer Probleme beim Mail-Verkehr in Outlook gemeldet hatten, leitete Microsoft am Dienstag Wiederherstellungsmaßnahmen ein.

Parallel dazu wurde ein Fehler im Sicherheitssystem Microsoft Defender behoben, durch den legitime Suchanfragen fälschlicherweise als bösartig eingestuft worden waren. Die Betriebsfähigkeit der betroffenen Dienste wurde laut Unternehmensangaben kurz darauf wieder vollständig hergestellt.

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