Satya Nadella hat schon 2022 laut darüber nachgedacht, dass OpenAI eines Tages mächtiger sein könnte als Microsoft selbst. Damals war das noch eine interne Sorge, festgehalten in E-Mails, die jetzt vor Gericht liegen. Heute ist es Strategie.
Cursor war fast ein Deal
Microsoft hat in diesem Frühjahr ernsthaft über eine Übernahme von Cursor nachgedacht, dem gefragten Code-Generierungs-Startup. Vier mit der Sache vertraute Personen bestätigen das laut Agenturberichten. Am Ende zog Microsoft zurück, weil intern die Befürchtung aufkam, dass ein solcher Deal die Kartellbehörden auf den Plan rufen würde, schließlich betreibt Microsoft mit GitHub Copilot bereits ein direkt konkurrierendes Produkt. Also kein Deal. Und kurz danach? Gab SpaceX bekannt, Cursor zu übernehmen.
Das ist kein Zufall, das ist ein Muster.
Inception als nächste Chance?
Nun richten sich Microsofts Blicke auf Inception, ein kleines Stanford-Startup, gegründet Mitte 2024, das mit einer ungewöhnlichen Methode arbeitet: Diffusion statt Token-für-Token-Generierung. Das Modell erzeugt und verfeinert mehrere Sprachbausteine gleichzeitig, was die Geschwindigkeit erheblich steigern kann. Ob das auch bei den riesigen Modellen funktioniert, die die Branche gerade baut, weiß niemand so genau. KI-Forscher sind da skeptisch.
Microsofts Venture-Fonds M12 hat sich Ende 2025 bereits an Inceptions Seed-Runde über 50 Millionen Dollar beteiligt. Die Gespräche über mehr laufen. Inception hat inzwischen eine Bank eingeschaltet, die bei den Verhandlungen helfen soll, und peilt einen Preis von über 1 Milliarde Dollar an. Auch hier ist SpaceX im Rennen.
Microsoft Aktie Chart
Mehr als 100 Milliarden Dollar für OpenAI
Man muss sich die Zahlen kurz auf der Zunge zergehen lassen. Microsoft hat nach Aussage von Michael Wetter, der die Unternehmensentwicklung leitet und vergangene Woche vor Gericht aussagte, mehr als 100 Milliarden Dollar für OpenAI-Investitionen sowie Infrastruktur und Hosting ausgegeben. Von den zugesagten 13 Milliarden Dollar an direkten Investitionen sind 11,8 Milliarden geflossen. Dafür bekam Microsoft exklusiven Zugang zur OpenAI-Technologie und Azure bekam einen gewaltigen Wachstumsschub durch ChatGPT.
Der Haken war, dass Microsoft vertraglich kein eigenes Basismodell entwickeln durfte, das mit OpenAI konkurriert. Dieser Klotz am Bein wurde erst mit dem geänderten Deal Ende 2025 gelöst, der Microsoft erlaubt, auch an künstlicher allgemeiner Intelligenz zu arbeiten. Im April kam dann die nächste Lockerung: OpenAI darf nun auch mit Amazon und anderen Microsoft-Rivalen zusammenarbeiten.
Mustafa Suleyman wartet schon
Die Startup-Jagd ist kein Ersatz für die eigene Forschung, sondern eine Ergänzung. DeepMind-Mitgründer Mustafa Suleyman leitet bei Microsoft bereits Teams, die an eigenen Modellen arbeiten. Das Ziel laut drei Informanten: bis nächstes Jahr ein hochmodernes KI-Modell aus eigener Hand. KI-Forscher können dafür locker Vergütungen in zweistelliger Millionenhöhe verlangen, die Bewertungen der Startups schießen durch die Decke, und SpaceX steht bei jedem Deal auf der Matte.
100 Milliarden Dollar für die Abhängigkeit, jetzt Milliarden mehr für die Unabhängigkeit. Das ist teuer, eine Meinung zu ändern.
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