Es gibt Momente, in denen ein Investor mit einer einzigen Mitteilung klarmacht, was er von der Marktstimmung hält. Bill Ackman hatte so einen Moment am Freitag. Während Microsoft-Aktionäre seit Jahresbeginn mehr als 15 Prozent Kursverlust verdaut haben und die Sorgen um Azure, OpenAI und Google immer lauter werden, hat Pershing Square still und leise eine neue Position aufgebaut. Seit Februar, nach dem enttäuschenden Dezember-Quartal, kaufte Ackman die Aktie. Jetzt macht er es öffentlich.
Zwingend günstig, sagt Ackman
„Hochgradig attraktive Bewertung“ sind seine Worte. Ackman sieht in Microsoft zwei der wertvollsten Unternehmenstechnologie-Plattformen überhaupt: Azure als Cloud-Rückgrat und das M365-Paket inklusive Copilot-KI-Assistent für 30 Dollar im Monat. Beides, so sein Argument, positioniere Microsoft genau dort, wo die KI-Adoption von Unternehmen gerade erst richtig Fahrt aufnimmt.
Die Bedenken rund um den veränderten OpenAI-Deal, der Microsoft die exklusiven Wiederverkaufsrechte an OpenAI-Technologie entzieht, hält er für übertrieben. Genauso das Gerede über Googles und Amazons Aufholjagd im KI-Rennen.
Microsoft Aktie Chart
190 Milliarden Dollar, und Ackman findet das gut
Microsofts massiver Investitionsplan von 190 Milliarden Dollar für 2026 war einer der Hauptgründe, warum die Aktie nach den Dezember-Zahlen unter Druck geriet. Zu viel Geld, zu wenig Wachstum, sagten die Kritiker. Ackman sagt das Gegenteil: Das Kapital sei notwendig, um künftiges Umsatzwachstum überhaupt erst zu ermöglichen. Wer jetzt spart, verliert später.
Kein Einzelfall in Ackmans Tech-Wette
Microsoft reiht sich in ein Muster ein. Alphabet kaufte Pershing Square 2022, als ChatGPT die Google-Aktie auf Talfahrt schickte und alle von der Disruption des Suchgeschäfts redeten. Amazon kam nach dem Liberation Day im vergangenen Jahr ins Portfolio, als Trumps Zölle die Märkte durchschüttelten. Meta folgte, nachdem das Unternehmen mit einem massiven Ausgabenausblick die Anleger verschreckt hatte.
Das Muster ist klar: Ackman kauft, wenn andere verkaufen. Ob das bei Microsoft diesmal wieder aufgeht, wird der Kurs entscheiden. Bisher liegt er noch 15 Prozent im Minus.
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