Die Micron-Aktie hat die Marke von 1.000 Dollar geknackt – und diesmal liefert nicht nur die übliche KI-Fantasie den Antrieb. Die US-Regierung hat sich in die Speicherchip-Debatte eingeschaltet, und das dürfte den Kurs zusätzlich beflügelt haben.
Politischer Druck auf Apple treibt den Kurs
Handelsminister Howard Lutnick machte am Montag öffentlich klar, dass die US-Regierung es nicht billigt, wenn Apple angesichts der aktuellen Speicherknappheit auf chinesische Chips zurückgreift.
Die Engpässe müssten anders gelöst werden – nicht durch den Einsatz von in China gefertigtem Speicher bei Amerikas führenden Unternehmen, so die Botschaft aus Washington. Für Micron als einen der wenigen großen US-Speicherhersteller ist das eine direkte Rückenwind-Nachricht: Wer nicht auf chinesische Anbieter setzen soll, landet tendenziell bei Micron.
Die Aktie legte daraufhin im Tagesverlauf um rund vier Prozent zu und hat damit binnen einer Woche etwa 13 Prozent gewonnen.
Analysten überbieten sich mit Kurszielen
Parallel zur politischen Rückendeckung häufen sich positive Analystenstimmen. New Street Research hob die Einstufung von Neutral auf Buy an und nennt ein Kursziel von 1.250 Dollar. UBS bestätigte sein Buy-Rating und erhöhte das Ziel auf 1.625 Dollar. Die Bank of America bleibt ebenfalls bei Kaufen und sieht 1.550 Dollar als fairen Wert – ein mögliches Aufwärtspotenzial von rund 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Hinter der Kursziel-Rallye steckt eine grundsätzlichere These: Analyst Vivek Arya von der Bank of America stellt infrage, ob Micron noch die klassische Zyklus-Aktie ist, die sie über Jahrzehnte war.
Legt man Annahmen an, wie sie zuletzt bei SanDisk skizziert wurden, käme Micron im Geschäftsjahr 2030 auf einen Gewinn je Aktie zwischen 200 und 250 Dollar – ein jährliches Gewinnwachstum von über 30 Prozent bis zum Ende der Dekade.
Sollte sich die Ertragsvolatilität tatsächlich strukturell verringern, wäre laut Arya eine Neubewertung Richtung eines KGV von 12 bis 15 gerechtfertigt, statt der historischen 10 – ein Niveau, wie es sonst KI-Infrastruktur-Profiteure genießen.
Gestützt wird die Erwartung durch das Management selbst. Micron beschreibt die eigene Geschäftsentwicklung als außergewöhnlich stark und rechnet damit, dass die Speicherknappheit über 2027 hinaus anhält – im kommenden Jahr womöglich sogar enger als 2026, weil die Nachfrage dem Angebot davonläuft.
Institutionelle Investoren scheinen dem zu folgen: Soros Capital Management machte Micron zur größten Position im Portfolio zum Ende des zweiten Quartals 2026.
Der nächste Belastungstest für diese Erzählung folgt Ende September 2026, wenn Micron seine Quartalszahlen vorlegt. Analysten erwarten dann ein kräftiges Umsatzwachstum im Jahresvergleich – ein Termin, an dem sich zeigen wird, ob die aktuelle Neubewertung Bestand hat.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 17. August liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
