Im Markt für Speicherchips prallen derzeit gegensätzliche Signale aufeinander. Auf der einen Seite wecken Ausbaupläne von Wettbewerbern Befürchtungen vor einem drohenden Überangebot. Auf der anderen Seite rechnet die Führung von Micron Technology mit einer anhaltenden Verknappung bis in das Jahr 2028 hinein. Dieser Widerspruch prägt derzeit die Stimmung der Anleger.
Nervosität nach Branchenberichten
Am Donnerstag gerieten Speicherwerte geschlossen unter Verkaufsdruck. Die Micron-Aktie verzeichnete an diesem Handelstag ein Minus von 4,6 Prozent. Medienberichten zufolge reagierten Investoren verunsichert auf Expansionspläne von Toshiba. Marktteilnehmer befürchteten künftige Überkapazitäten im Speicherbereich. Diese Sorge überwog an den Märkten, obwohl Wettbewerber Samsung zuvor einen starken Gewinnausblick vorgelegt hatte.
Die Warnung vor einem Überangebot steht im direkten Kontrast zu den jüngsten Prognosen des Managements. Micron-Chef Sanjay Mehrotra betonte, dass die Angebots- und Nachfragebedingungen bei Speicher- und Speicherlösungen in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 noch angespannter sein dürften als im Geschäftsjahr 2026.
Das Unternehmen stellte seinen Investoren in Aussicht, dass das DRAM-Angebot der gesamten Branche über diesen Zeitraum hinweg limitiert bleibe. Die branchenweiten DRAM-Bit-Lieferungen sollen in beiden Jahren jeweils um einen Prozentsatz im niedrigen 20-Prozent-Bereich zulegen.
Hohe Erwartungen an das laufende Quartal
Finanziell agiert der Konzern nach einem starken Geschäftsjahr 2026 von einer soliden Basis aus. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt Micron einen Umsatz von $61,5 Milliarden an, bei einer Spanne von plus oder minus $1,5 Milliarden. Beim verwässerten GAAP-Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen $37,84 in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von einem Dollar.
Parallel dazu sicherte sich der Vorstand zusätzliche Handlungsfähigkeit. Das Gremium weitete die Autorisierung für Aktienrückkäufe auf insgesamt $35,16 Milliarden aus. Rückkäufe im Rahmen dieses Programms dürfen ab dem 9. Dezember 2026 beginnen. Der Vollzug bleibt jedoch an die Einschränkungen aus den Vereinbarungen zum CHIPS Act gebunden.
An der Börse spiegeln die Bewertungsniveaus die rasante Entwicklung der vergangenen Monate wider. Am Freitag ging die Aktie bei 919,60 Euro aus dem Handel. Trotz der jüngsten Schwankungen im Sektor beläuft sich das Plus seit Jahresanfang auf 265 Prozent. Damit notiert das Papier aktuell mit einem Abstand von 17 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Für die Marktteilnehmer bleibt entscheidend, ob sich die prognostizierten Engpässe im DRAM-Segment tatsächlich bestätigen oder ob die Kapazitätserweiterungen der Konkurrenz die Margen der Halbleiterhersteller früher als erwartet belasten.
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