Die Entspannung an den Energiemärkten und ein freundlicheres Marktumfeld haben Chipaktien gestern Auftrieb gegeben. Bei Micron Technology positionieren sich Marktteilnehmer wenige Tage vor der Veröffentlichung der Bilanz für das vierte Geschäftsquartal 2026, die am 30. September ansteht. Zum Handelsschluss am Freitag lag die Aktie bei 949,90 Euro.
Trotz einer beachtlichen Wertsteigerung von 277 Prozent seit Jahresanfang notiert das Papier noch 14 Prozent unter seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch. Für die anstehenden Geschäftszahlen blickt der Markt vor allem auf das Zusammenspiel aus anhaltendem Speicherbedarf für Künstliche Intelligenz und der Frage, wie tragfähig dieser Aufschwung über den laufenden Zyklus hinaus bleibt.
Geteilte Analystenstimmen vor dem Quartalsbericht
Im Vorfeld des Bilanztermins haben Investmentbanken ihre Erwartungen neu austariert. Citi hob am 23. September das Kursziel für Micron von $1.150 auf $1.300 an und bestätigte die Einstufung mit „Buy“. Zur Begründung verwiesen die Experten auf unerwartet feste Durchschnittspreise im DRAM-Segment.
Am selben Tag nahm Wells Fargo eine Anpassung in die Gegenrichtung vor und reduzierte das Kursziel von $1.525 auf $1.400, behielt das Votum „Overweight“ jedoch bei. Das Institut rechnet zwar mit anhaltender Knappheit im Speicherbereich, verweist aber zugleich auf die Unsicherheiten hinsichtlich der Dauer des aktuellen Zyklus.
Rechtliche Auseinandersetzungen belasten das Umfeld
Neben dem operativen Ausblick sieht sich das Management mit juristischen Hürden konfrontiert. Am Donnerstag leitete die US-Handelskommission ITC eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Patentverletzungen ein, die neben Micron auch Supermicro, HPE und Lenovo betrifft. Das klagende Unternehmen Netlist fordert dabei Verkaufs- und Importverbote. Die Behörde stellte klar, dass der Verfahrensstart noch keine inhaltliche Entscheidung darstellt.
Bereits am 18. September hatte das Landgericht München I im Streit mit Yangtze Memory Technologies (YMTC) entschieden, dass Micron zwei deutsche Gebrauchsmuster für 3D-NAND verletze, und Unterlassungsverfügungen für betroffene Produkte in Deutschland erlassen. Micron wies die Vorwürfe zurück, legte Berufung ein und fechtet die Schutzrechte an.
Auf der Produktseite treibt der Konzern derweil die Technologie voran: Kürzlich demonstrierte das Unternehmen ein 512GB-DDR5-RDIMM-Modul für Server, das Geschwindigkeiten von bis zu 9.200 MT/s erreicht und gegenwärtig von AMD sowie Intel validiert wird.
Für neue Impulse in der Entwicklung soll zudem Deirdre Hanford sorgen, die zur Präsidentin der Micron Research Labs berufen wurde. Die Weichenstellungen für die kommenden Monate werden nun maßgeblich vom Geschäftsbericht am Mittwochabend geprägt.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 26. September liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
