Micron Technology Aktie: Goldman Sachs hebt Prognose an

Symbolbild, KI-generiert

Micron profitiert von der Speichernachfrage für KI, während Analysten höhere Quartalswerte erwarten und die Nachhaltigkeit des Booms diskutieren.

Auf einen Blick:
  • Goldman Sachs erwartet 51,9 Milliarden Dollar
  • Bruttomargen-Prognose steigt auf 87,3 Prozent
  • Micron-Aktie seit Jahresbeginn 251 Prozent höher
  • Preisanstieg könnte Mitte 2027 gipfeln

Vor der Vorlage der Zahlen für das vierte Geschäftsquartal am 30. September richtet sich der Blick der Halbleiterbranche auf Micron Technology. Der Speicherspezialist profitiert vom anhaltenden Boom rund um künstliche Intelligenz und hochbandbreitige Speicherbausteine. Anleger fragen sich nun, ob das Unternehmen das hohe Tempo bei Umsatz und Rentabilität fortsetzen kann. Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 884,00 Euro.

Analysten schrauben Prognosen für das Schlussquartal nach oben

Das US-Unternehmen hatte für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar sowie eine Bruttomarge von 86 Prozent in Aussicht gestellt. Dieser Ausblick folgte auf ein drittes Quartal, in dem der Umsatz mit 41,46 Milliarden US-Dollar mehr als das Vierfache des Vorjahreswerts erreichte. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag in diesem Zeitraum bei 25,11 US-Dollar.

Einige Marktbeobachter rechnen damit, dass Micron diese eigenen Vorgaben noch übertreffen wird. Goldman-Sachs-Analyst Schneider erwartet für das vierte Quartal Erlöse in Höhe von 51,9 Milliarden US-Dollar, eine Bruttomarge von 87,3 Prozent und einen Gewinn je Aktie von 32,54 US-Dollar. Damit liegt seine Schätzung über dem breiten Marktkonsens, der einen Quartalsumsatz von 50,5 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 31,40 US-Dollar vorsieht.

Die kräftige Nachfrage nach DRAM-Bausteinen trieb die durchschnittlichen Verkaufspreise im dritten Geschäftsquartal um niedrige 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Diese Preisdynamik stärkt die Ertragskraft der gesamten Speicherbranche und spiegelt sich im Jahresverlauf deutlich wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 251 Prozent.

Debatte über Dauer des Superzyklus

Trotz der starken Wachstumsraten mehren sich Stimmen, die den weiteren Verlauf der Preisentwicklung kritisch hinterfragen. Acer-Chairman Jason Chen merkte an, dass die Preiserhöhungen der großen Speicherhersteller vor allem der Sicherung hoher Margen dienen könnten. Er rechnet damit, dass der Preisanstieg bis Mitte 2027 einen Höhepunkt erreichen und sich danach stabilisieren dürfte.

Zugleich verweisen skeptische Marktbeobachter auf die historische Zyklik des Speichersektors. Nach Phasen rascher Kapazitätsausweitungen drohten in der Vergangenheit wiederholt Überangebote und sinkende Durchschnittspreise. Für das kommende Geschäftsjahr trauen optimistische Schätzungen Micron dennoch Umsätze von bis zu 245 Milliarden US-Dollar zu.

Die am 30. September anstehenden Quartalszahlen dürften klären, wie nachhaltig der Nachfrageüberhang bei Hochleistungsspeichern tatsächlich ist. Mit einem Abstand von 20 Prozent zu ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro zeigt die Aktie, dass der Markt die kommenden Unternehmensprognosen für das nächste Geschäftsjahr genau abwägen wird.

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