Nachdem die Micron Technology-Aktie in den letzten fünf Handelstagen um 16 Prozent abgestürzt ist, meldet sie sich am Donnerstag mit einem starken Lebenszeichen von plus 10 Prozent zurück. Was steckt hinter dem Kurssprung des Speicherchipherstellers?
Zwei Kurstreiber
Der gesamte US-Aktienmarkt erlebte heute seinen besten Handelstag seit zwei Monaten. Dies bot Micron zusätzlichen Rückenwind.
Nachdem US-Präsident Trump am Vorabend überraschend seine militärischen Drohungen gegen den Iran zurückgezogen hatte, fielen die Ölpreise, die geopolitischen Risikoprämien sackten ab und die Anleger kehrten im großen Stil in hochvolatile Tech- und Halbleiterwerte zurück.
Ein weiterer Katalysator für die Micron Technology-Aktie waren neue Marktberichte von Branchen-Researchern wie TrendForce. Sie zeigen, wie extrem die Preismacht von Micron im Moment ist.
Für das laufende zweite Quartal 2026 wird geschätzt, dass die Preise für herkömmlichen DRAM-Speicher um weitere 58 % bis 63 % nach oben schießen, nachdem sie im ersten Quartal bereits um fast 100 % gestiegen waren.
Weil Micron seine Wafer-Kapazitäten fast vollständig für die Produktion des extrem teuren und hochprofitablen High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Beschleuniger (wie die Grafikprozessoren von Nvidia) reserviert hat, entsteht weltweit ein massiver Engpass bei normalen Speicherchips für Smartphones und PCs. Dies treibt die Margen von Micron in schwindelerregende Höhen (die Bruttomarge erreichte zuletzt über 74 %).
Analysten rechnen mit Top-Zahlen
Nicht zuletzt schwappte zuletzt eine Welle des Optimismus im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Quartalszahlen, die Micron am 24. Juni vorlegen wird, über die Aktie. Mehrere große Analysehäuser haben ihre Kursziele aggressiv in Richtung 1.100 bis 1.500 US-Dollar angehoben.
Da die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) ungebrochen ist, rechnen Händler flächendeckend mit einem sogenannten „Beat-and-Raise“-Quartal – also Zahlen, die die Erwartungen schlagen, gepaart mit einer Anhebung der Jahresprognose. Die Umsatzerwartung für das anstehende Quartal liegt bei astronomischen 33,5 Milliarden Dollar (was fast einer Vervierfachung zum Vorjahreszeitraum entsprechen würde).
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