Es war kein versöhnlicher Wochenausklang für die Micron-Aktie. Nachdem der Kurs des Speicherchipherstellers bereits am Donnerstag um fast acht Prozent einbrach, ging es am Freitag um weitere zwölf Prozent nach unten. Was steckte hinter dem Kurseinbruch der zuvor so megaerfolgreichen Micron-Aktie?
Dämpfer 1: Eine Branchenanalyse
Es waren zwei herbe Dämpfer, die die Micron-Aktie zum Schluss der vergangenen Woche ausbremsten. Der direkteste und schmerzhafteste Auslöser für den Kurssturz war ein viel beachteter Bericht des renommierten Halbleiter-Analysehauses SemiAnalysis.
Der Bericht behauptete, dass NVIDIA bei seinen Servern der nächsten Generation (Vera Rubin) die modulare Arbeitsspeicherkapazität (speziell SOCAMM DRAM) pro Rack drastisch von 55 TB auf 28 TB halbiert habe.
Obwohl es sich hierbei um den CPU-Arbeitsspeicher und nicht um den extrem teuren KI-Spezialspeicher (HBM) handelte, brach am Markt Panik aus. Investoren interpretierten die Nachricht sofort als erstes Anzeichen dafür, dass die gigantische Nachfrage nach KI-Speicherchips zu bröckeln beginnt. Da Micron einer der Hauptnutznießer dieses Booms ist, geriet die Aktie am stärksten ins Trudeln.
Bereits am Donnerstag hatte der Halbleiter-Riese Broadcom mit seinen Quartalszahlen den Sektor belastet. Broadcom hatte zwar solide Zahlen vorgelegt, weigerte sich jedoch, seine langfristige Umsatzprognose für KI-Chips über die Marke von 100 Milliarden Dollar hinaus anzuheben. Für den extrem verwöhnten Markt war dies eine Enttäuschung.
Dämpfer 2: Der US-Arbeitsmarkt
Dass der Kurssturz der Micron-Aktie so extrem ausfiel, lag auch am Timing des US-Arbeitsmarktberichtes. Am Freitagmorgen übertrafen die Daten vom US-Arbeitsmarkt mit 172.000 neuen Stellen alle Erwartungen.
Ein zu heißer Arbeitsmarkt bedeutet, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen länger hochhalten (oder gar anheben) muss. Für hoch bewertete Tech-Aktien ist das Gift. Der Tech-Index Nasdaq verlor daraufhin über vier Prozent.
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