UBS hat das Kursziel für Micron Technology von 535 auf 1.625 Dollar angehoben — eine Verdreifachung, die den Wandel vom zyklischen Commodity-Lieferanten zum AI-Infrastruktur-Partner widerspiegelt. Analyst Timothy Arcuri sieht rund 90 Prozent Aufwärtspotenzial. Die Aktie erreichte am Mittwoch ein neues 52-Wochen-Hoch bei 826,60 Euro, ein Plus von sieben Prozent zum Vortag.
Abschied vom Spotmarkt
Micron vollzieht einen strukturellen Bruch mit der Branchenlogik. Das Unternehmen unterzeichnete kürzlich seinen ersten strategischen Fünfjahresvertrag mit einem Großkunden — eine Premiere in einem Markt, der jahrzehntelang von volatilen Quartalspreisen geprägt war. Branchendaten zeigen: Micron verhandelt derzeit Drei- bis Fünfjahresverträge mit festen und variablen Preiskomponenten. Bis zu 30 Prozent der DDR-Volumina könnten bald unter solchen Langfristvereinbarungen laufen.
Diese Vertragswirtschaft schafft Planbarkeit. UBS rechnet bis 2029 mit einem kumulierten Free Cashflow von über 400 Milliarden Dollar. Der Treiber: High-Bandwidth Memory (HBM) bleibt ein persistenter Engpass in AI-Clustern. Hyperscaler sichern sich Kapazitäten nicht mehr über Quartalsausschreibungen, sondern über mehrjährige Abnahmezusagen.
Produktion in Virginia gestartet
Am 22. Mai nahm Micron die Fertigung von 1-alpha-DRAM in Manassas, Virginia, auf — die fortschrittlichste Speichertechnologie, die derzeit in den USA produziert wird. Parallel kündigte das Unternehmen eine Erweiterung des Standorts um zwei Milliarden Dollar an. Zielgruppe: Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Automotive.
Die „Made-in-America“-Strategie verschafft Micron Zugang zu preisunelastischen Regierungsaufträgen mit langen Produktzyklen. In Ausschreibungen für kritische Infrastruktur zählt Herkunft mehr als Preis.
Sektor-Rally erfasst SK Hynix
Die Aufwärtsdynamik erfasste am Mittwoch den gesamten Speichersektor. Während US-Index-Futures auf anhaltenden AI-Optimismus stiegen, zog auch SK Hynix nach — der südkoreanische Wettbewerber rückte kurz nach Microns jüngster Rally in die erste Bewertungsliga auf.
Micron selbst handelte mit 76,56 Millionen Aktien deutlich über dem Tagesdurchschnitt von 54,5 Millionen. Das Intraday-Hoch lag bei 916,76 Dollar. Die Jahresperformance: plus 207 Prozent. Seit dem 52-Wochen-Tief bei 83,25 Euro im Mai 2025 hat sich der Kurs nahezu verzehnfacht.
Ausblick auf 2027 und 2028
Analysten modellieren eine weitere Verknappung der Industriekapazitäten bis 2028. Neben der HBM-Nachfrage treibt das Sampling von 256GB-DDR5-Servermodulen auf Basis der 1-gamma-Technologie die nächste Performance-Stufe in Rechenzentren. Die Produktionskapazitäten sind weitgehend ausgelastet. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 liegt der Fokus auf der Umsetzung geplanter Kapazitätserweiterungen und der Integration fortschrittlicher Packaging-Technologien über das globale Fertigungsnetzwerk.
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