Micron Technology hat am 22. Mai 2026 die Serienproduktion von 1-alpha-DRAM in seinem erweiterten Werk in Manassas, Virginia, aufgenommen. Der Schritt ist mehr als ein Fabrik-Update — er markiert einen konkreten Meilenstein in Microns milliardenschwerer Wette auf US-amerikanische Chipfertigung.
Vier Mal mehr Kapazität für kritische Branchen
Micron investierte über zwei Milliarden Dollar in den Ausbau des Standorts. Das Ziel: die Produktion von DDR4- und LPDDR4-Wafern zu vervierfachen. Die Chips gehen nicht in Smartphones oder PCs, sondern in Anwendungen der Automobil-, Verteidigungs-, Luft- und Raumfahrt- sowie Medizinbranche.
Das Projekt erhielt Förderung durch den CHIPS Act und schuf rund 400 direkte Arbeitsplätze. Zusammen mit indirekten Effekten sollen über 3.100 Stellen in der Region entstehen. Parallel dazu hat Micron die kommerzielle Produktion in neuen Werken in Indien gestartet — ein weiterer Schritt zur globalen Diversifikation.
Kursrally und hohe Investitionsbudgets
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 670 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut 140 Prozent. Zum Freitagsschluss notierte das Papier bei 647 Euro — knapp sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 685,40 Euro.
Hinter der Rally steckt auch ein aggressives Investitionsprogramm. Für das Geschäftsjahr 2026 plant Micron Investitionsausgaben zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar. Ein großer Teil fließt in das geplante Mega-Werk in New York, das langfristig bis zu 100 Milliarden Dollar verschlingen soll.
Was Anleger jetzt im Blick haben
Mehrere Faktoren prägen die Stimmung rund um den Halbleitersektor in den kommenden Wochen.
- Quartalsbericht: Am 24. Juni legt Micron seine Q3-Zahlen vor. Analysten erwarten einen deutlichen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr.
- Kursziele: Citigroup setzt das Ziel bei 840 Dollar, DA Davidson sogar bei 1.000 Dollar.
- Samsung: Eine vorläufige Tarifeinigung bei Samsung könnte die globalen HBM4-Lieferketten stabilisieren.
- China-Risiko: Steigende DRAM- und NAND-Exporte chinesischer Hersteller könnten den Preisdruck auf dem Weltmarkt erhöhen.
Der RSI liegt aktuell bei knapp 36 — ein Niveau, das technisch als überverkauft gilt, obwohl die Aktie auf Monatssicht über 55 Prozent gewonnen hat. Das deutet auf eine mögliche Konsolidierungsphase hin, bevor der Markt die Q3-Zahlen einpreist.
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