Am 24. Juni 2026 legt Micron Technology seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor. Der Termin steht — und mit ihm die nächste Bewährungsprobe für eine Aktie, die in den vergangenen zwölf Monaten um rund 848 Prozent gestiegen ist.
Latte liegt ungewöhnlich hoch
Micron hat die Erwartungen für das laufende Quartal selbst gesetzt — und zwar ambitioniert. Im März-Bericht für das zweite Geschäftsquartal gab das Unternehmen eine Umsatzprognose von 33,5 Milliarden Dollar aus, plus oder minus 750 Millionen Dollar. Die Bruttomarge soll bei rund 81 Prozent liegen, der verwässerte Gewinn je Aktie auf Non-GAAP-Basis bei 19,15 Dollar.
Das sind keine bescheidenen Ziele. Zum Vergleich: Im zweiten Geschäftsquartal, das Ende Februar 2026 abschloss, erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — ein Jahr zuvor waren es noch 8,05 Milliarden. Der Nettogewinn belief sich auf 13,79 Milliarden Dollar, der operative Cashflow auf 11,90 Milliarden.
KI-Nachfrage als Treiber
Hinter diesen Zahlen steckt vor allem ein Segment: das Cloud-Geschäft. Die Cloud Memory Business Unit erzielte im zweiten Quartal 7,75 Milliarden Dollar Umsatz, die Core Data Center Unit weitere 5,69 Milliarden. Mobile und Client kamen auf 7,71 Milliarden, Automotive und Embedded auf 2,71 Milliarden.
Das zeigt, wo Microns Wachstumsstory verankert ist: in der KI-getriebenen Nachfrage nach Hochleistungsspeicher. Für den Juni-Call wird die entscheidende Frage sein, ob DRAM- und NAND-Preise weiter steigen und ob Rechenzentren ihre Bestellungen hochhalten. Hinzu kommt die Investitionsperspektive: Micron gab im zweiten Quartal netto 5,0 Milliarden Dollar für Investitionen aus, der bereinigte freie Cashflow lag bei 6,9 Milliarden.
Kurs auf Allzeithoch, RSI gibt Warnsignal
Die Aktie notiert aktuell bei 807,20 Euro — exakt auf dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um mehr als 200 Prozent zugelegt, der 200-Tage-Durchschnitt liegt weit darunter bei 291,70 Euro. Der RSI von 31,4 deutet allerdings auf eine technisch überkaufte Situation hin, was bei einer Aktie mit annualisierter 30-Tage-Volatilität von knapp 90 Prozent keine Kleinigkeit ist.
Die Ankündigung des Termins selbst bewegte den Kurs kaum — ein Zeichen, dass der Markt auf harte Zahlen wartet, nicht auf Kalendereinträge. Am 24. Juni, 22:30 Uhr MEZ, wird Micron zeigen, ob die eigene Prognose Realität wurde.
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