Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Micron Technology hatte den gesamten Monat über bereits für Furore gesorgt. Bis auf 818 US-Dollar waren die Papiere des Halbleiterunternehmens bereits am 13. Mai angestiegen – ausgehend von 517 Dollar noch Ende April. Dann allerdings setzte zunächst eine Korrektur ein, die bei 652 Dollar ein Ende fand. Seitdem kannte die Micron-Aktie nur noch einen weg: nach oben! Am Mittwoch im Laufe des Tages war es dann passiert. Mit einer Bewertung von 956 Dollar erreichte sie ein neues Rekordhoch, das Unternehmen war mehr als eine Billion US-Dollar wert, bevor allerdings kräftige Gewinnmitnahmen einsetzen.
Micron vervielfachte den Gewinn
Es waren nicht alleine die beeindruckenden Quartalszahlen, die für die außergewöhnliche Performance der Aktie verantwortlich waren. Wobei sich die Zahlen absolut sehen lassen können: Das Unternehmen steigerte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr laut IT Times um rund 196 Prozent auf 23,860 Mrd. US-Dollar, „womit sich das Umsatzwachstum deutlich beschleunigte“, wie es hieß. Die Bruttomarge stieg demnach auf 74,4 Prozent (Vorjahr: 36,8 Prozent) während sich das operative Ergebnis auf 16,135 Mrd. US-Dollar vervielfachte (Vorjahr: 1,773 Mrd. US-Dollar).
- In der Folge hatten gleich mehrere Analysten ihre Prognosen für Micron Technology angehoben
- Barclays etwa erhöhte das Kursziel auf 1.175 US-Dollar und bleibt bei der Einstufung „Overweight“
UBS verdreifachte ihr Micron-Kursziel
Noch optimistischer zeigt sich laut Stuttgarter Zeitung die schweizer UBS: Die Großbank habe das Kursziel auf 1.625 US-Dollar verdreifacht und Micron „als strategischen Gewinner des KI-Booms“ bezeichnet, so der Bericht. Die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory für KI-Rechenzentren gelte als treibende Kraft, da diese Speichertechnologien für moderne KI-Infrastrukturen unverzichtbar seien. Die Analysten betonen demnach, dass das US-Unternehmen mit neuen Verträgen planbare Umsätze und stabile Margen erzielt – „ein Paradigmenwechsel in der traditionell zyklischen Speicherbranche“.
Diese sogenannten Strategic Customer Agreements (SCA) und Enhanced Long-Term Agreements (LTA) bieten Micron dem Bericht zufolge deutlich mehr Planungssicherheit als die früher üblichen Jahresverträge. „Analysten sehen darin einen entscheidenden Hebel für nachhaltiges Wachstum und weniger Ergebnisvolatilität“, heißt es. Die neuen Verträge ermöglichten es Micron, von einer stabileren Nachfrage und besser kalkulierbaren Preisen zu profitieren, was sich positiv auf die Margen und die Bewertung auswirkt.
Micron-Aktie mit 860 Prozent Jahresplus
Zunächst aber profitierte vor allem die Micron-Aktie, die sich im Jahresverlauf zwischenzeitlich glatt im Wert verneunfachte. Trotz des Rücksetzers am Mittwoch auf letztlich 928 Dollar zm Handelsende beläuft sich das Jahresplus noch immer auf unfassbare 860 Prozent.
Micron Aktie Chart
So manche Prognose ist bereits übertroffen
So mancher Analyst wurde vom Run auf die Aktie vollends überrascht. So hatte etwa Mizuho Securities ´die Micron-Aktie erst am Dienstag der Vorwoche mit einem Kauf-Rating versehen, den fairen Wert angehoben, aber lediglich von 740 auf 800 US-Dollar. Diese Prognose ist längst übertriffen. Melius Research hatte eher das richtige Gespür, das Kursziel wurde massiv von 700 US-Dollar auf 1.100 US-Dollar geschraubt, was noch einiges an Kurspotenzial verspricht.
- Ob es tatsächlich so kommt, ist schwer zu sagen – möglicherweise war der jüngste Kursprung auch schlicht übertrieben
- Der Nasdaq-Index erreichte neue Höchststände und der Fear & Greed Index signalisiert eine hohe Risikobereitschaft der Anleger
Nun muss Micron liefern – im Wortsinne
Händler und Marktteilnehmer verweisen laut goldesel.de auf einen globalen Engpass bei Speicherkapazitäten, der durch den KI-Boom verstärkt wird. „Sobald Cloud- und KI-Player ihre Rechenzentrums-Investitionen hochfahren, steigt der Bedarf an Speicher besonders schnell“, heißt es. Was zur Vorsicht mahnt: Micron stehe dabei unter Druck, die Liefersituation so zu managen, „dass aus Knappheit kein kurzfristiges Plateau entsteht, sondern planbare Liefermengen“.
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