Die Micron-Aktie feierte in den letzten Wochen eine atemberaubende Kursrallye, doch am Freitag war mit es mit der Partystimmung vorerst vorbei. Der Aktienkurs des Speicherchipherstellers brach um über acht Prozent ein. Was drückte zum Wochenschluss auf die Stimmung?
Ein Giftcocktail
Am Freitag sorgte ein Cocktail von gleich drei Nachrichten für giftige Stimmung im gesamten Halbeitersektor. Im Vorfeld des Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi keimte die Hoffnung auf, dass die USA Nvidia erlauben würden, seine fortschrittlichen H200-KI-Chips an zehn ausgewählte chinesische Tech-Konzerne zu liefern.
Am Freitag sickerte durch, dass dieser Deal beim Gipfel nicht zustande kam. Da Micron der wichtigste Zulieferer für den extrem schnellen KI-Speicher von Nvidia ist, reagierten Anleger negativ auf die Sorge vor einer gedämpften Nachfrage aus Asien.
Zudem wurde Micron massiv von den Entwicklungen seiner beiden südkoreanischen Hauptkonkurrenten Samsung und SK Hynix mitgerissen. Bei Samsung Electronics droht ab dem 21. Mai ein historischer, 18-tägiger Streik von bis zu 50.000 Mitarbeitern. Samsung musste bereits damit beginnen, die Produktion in wichtigen Fabriken herunterzufahren.
Obwohl ein Produktionsausfall beim Konkurrenten theoretisch gut für die Preise von Micron sein könnte, überwog an den asiatischen Märkten die nackte Panik über eine tiefe Störung der globalen Halbleiter-Lieferkette.
Südkorea startet eine Debatte
Zusätzlich verunsicherte eine politische Debatte aus Südkorea die Anleger. Dort hatte der Stabschef des Präsidenten laut über eine Sondersteuer auf „KI-Übergewinne“ nachgedacht, da sich der Wohlstand der Tech-Ära zu stark auf wenige Chip-Konzerne konzentriere. Obwohl Micron als US-Unternehmen dort gar nicht produziert, schürte dies an der Wall Street die Angst vor weltweiten, neuen regulatorischen Hürden für KI-Profiteure.
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