Micron-Aktie: Panik vorbei?

Nach starken Kursverlusten beruhigen Analysten die Märkte. Sie sehen Googles TurboQuant-Technologie nicht als Bedrohung für Microns KI-Speichergeschäft.

Auf einen Blick:
  • Micron-Aktie steigt um 2,5% nach sechs Verlusttagen
  • Google-Durchbruch bei KI-Speicher löste Panikverkäufe aus
  • Analysten vergleichen Situation mit DeepSeek-Hype vom Winter
  • Speicherbedarf für KI bleibt trotz Effizienzgewinnen hoch

Die Micron-Aktie machte am Freitag wieder etwas Boden gut. Nach sechs aufeinanderfolgenden Verlusttagen legten die Papiere am Freitag um 0,5 Prozent auf 357,22 Dollar zu. In den Tagen zuvor hatte die Aktie dramatische 23 Prozent verloren. Der Grund für die Panik war Googles Ankündigung einer neuen KI-Speichertechnologie namens TurboQuant.

Doch jetzt meldet sich die Vernunft zurück. BofA-Analyst Vivek Arya zieht einen interessanten Vergleich zum DeepSeek-Schock vom Winter im letzten Jahr. Damals brachen Chip-Aktien ein, weil ein chinesisches KI-Startup behauptete, anspruchsvolle Modelle mit deutlich weniger Rechenleistung trainieren zu können. Die Sorge erwies sich als unbegründet. Die Investitionen chinesischer KI-Firmen stiegen weiter kräftig.

Micron Technology Aktie Chart

Effizienz bedeutet nicht weniger Nachfrage

Arya macht deutlich, dass Kompressionstechniken wie TurboQuant nichts Neues sind. Google hat in den vergangenen anderthalb Jahren ähnliche Entwicklungen veröffentlicht. Gleichzeitig will Alphabet seine Investitionsausgaben in diesem Jahr verdoppeln. Wenn die Technologie wirklich so revolutionär wäre, würde Google dann massiv mehr Geld ausgeben?

Morgan Stanley-Analyst Joseph Moore ergänzt einen wichtigen technischen Punkt. TurboQuant betrifft nur den Key-Value-Cache-Speicher, nicht den gesamten Speicherbedarf von KI-Modellen. Die Größe des High-Bandwidth-Memory in KI-Chips lässt sich ohnehin nicht ändern. Die Nachfrage nach HBM-Speicher von Micron, SK Hynix und Samsung bleibt davon unberührt.

Brancheninsider bestätigen laut Moore, dass keinerlei Anzeichen für sinkende Speichernachfrage erkennbar sind. Die jüngste Panik dürfte sich als das erweisen, was sie ist: Eine Überreaktion auf eine Technologie, die den Markt nicht fundamental verändert.

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