Micron-Aktie: Nicht Nvidia, sondern das ist der echte Hebel!

Micron profitiert vom wachsenden HBM-Bedarf für kundenspezifische KI-Chips, nicht nur von Nvidia. Ein Auftrag eines großen Hyperscalers wäre der entscheidende Wendepunkt.

Auf einen Blick:
  • HBM-Markt soll laut Micron 2027 die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten
  • Micron hält bereits rund 21 Prozent am globalen HBM-Umsatz
  • Nachfrage nach HBM für Custom-ASICs von Google, Microsoft und Amazon wächst rasant
  • Kurskorrektur von gut 27 Prozent in 30 Tagen trotz starker YTD-Performance

Die Frage, die Anleger bei Micron Technology seit Monaten beschäftigt, ist immer dieselbe: Kann Micron SK hynix bei Nvidia verdrängen? Falsche Frage vielleicht. Wer Micron so bewertet, verpasst, was tatsächlich entscheidend für die Micron-Story sein wird.

SK hynix führt, und das bleibt so

Denn SK hynix hält laut Counterpoint rund 62 Prozent der HBM-Auslieferungen und 57 Prozent des Umsatzes in diesem Segment. UBS schätzt, dass der koreanische Hersteller etwa 70 Prozent des HBM4 für Nvidias Rubin-Plattform liefern wird. Das ist eine Dominanz, die Micron nicht brechen wird. Nicht in diesem Zyklus, wahrscheinlich auch nicht im nächsten.

Der Markt ist größer geworden

Google, Microsoft, Amazon und andere Hyperscaler bauen ihre eigenen KI-Beschleuniger, und die brauchen alle massiv HBM. Googles Ironwood-Chip bringt rund 97 Gigabyte mehr HBM pro Chip als der Vorgänger-TPU, mit knapp 5 Terabyte pro Sekunde Speicherbandbreite. Microsofts Maia 200 ist kein Experimentalchip, sondern läuft kommerziell über Azure, unter anderem für OpenAI-Modelle.

Goldman Sachs schätzt, dass der HBM-Bedarf für Custom-ASICs 2026 um 82 Prozent wächst und dann ein Drittel des Gesamtmarkts ausmacht. Bank of America sieht den HBM-Markt 2026 bei 54,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 58 Prozent. Nvidia ist damit nicht mehr der einzige Treiber, sondern einer von mehreren.

Micron hat das Produkt, jetzt braucht es die Kunden

In Q1 2026 startete Micron die Massenproduktion seines 36-Gigabyte-12-High-HBM4-Chips für Nvidias Vera-Rubin-Plattform. Mehr als 2,8 Terabyte Bandbreite pro Sekunde, über 20 Prozent bessere Energieeffizienz als das HBM3E-Vorgängerprodukt. Qualifizierungsmuster des 48-Gigabyte-16-High-Chips wurden bereits an mehrere Kunden verschickt. Micron selbst sagt, die Nachfrage nach HBM3E und HBM4 für 2027 und 2028 übersteige bereits das verfügbare Angebot. Es bleibt ein Verkäufermarkt, zumindest vorerst.

Counterpoint beziffert Microns HBM-Umsatzanteil in Q1 2026 auf 21 Prozent, was ziemlich genau dem breiteren DRAM-Marktanteil des Unternehmens entspricht. Microns eigene Zielvorgabe lautet: HBM-Anteil auf Höhe des DRAM-Anteils halten. Das ist schon fast erreicht.

Der fehlende Beweis

Hier liegt der Haken. Micron hat öffentlich keinen einzigen Produktionsauftrag von Amazon, Microsoft, Meta oder Google für HBM bestätigt. Google hat SK hynix als ersten HBM3E-Lieferanten für seine neueste TPU-Generation ausgewählt. Muster an mehrere Kunden zu schicken ist Fortschritt, aber kein Design-Win. Der erste namentlich bestätigte Nicht-Nvidia-Kunde wäre ein echter Wendepunkt, nicht nur symbolisch, sondern weil er zeigen würde, dass Micron im Custom-ASIC-Markt wettbewerbsfähig ist, dem Markt, der 2026 ein Drittel des gesamten HBM-Bedarfs ausmacht.

Was die Aktie wert ist

Bei einem Kurs von rund 849 Dollar sehen Analysten auf Basis des Geschäftsjahres 2029 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 7,6. Das klingt günstig, aber der Konsens erwartet nach 2028 sinkende Gewinne, was diesen Wert aktuell verzerrt. Wer mit dem Zehnfachen der 2029er-Konsensschätzung rechnet, landet bei rund 1.125 Dollar je Aktie, etwa 30 Prozent über dem jetzigen Kursniveau. Das setzt nicht voraus, dass Micron SK hynix überholt. Es setzt voraus, dass Micron mindestens einen großen Custom-Kunden gewinnt und seinen HBM-Anteil nahe dem DRAM-Marktanteil hält.

Die Micron-Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 17 Prozent verloren, liegt aber auf Jahressicht noch immer mit fast 200 Prozent im Plus. Der Markt scheint gerade nicht sicher zu sein, welche Geschichte hier eigentlich erzählt wird. Die Antwort kommt spätestens, wenn Micron den ersten Nicht-Nvidia-HBM4-Kunden beim Namen nennt.

Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 21. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)