Micron-Aktie: Monster-Quartal – und Elon Musk sagt danke!

Micron meldet Rekordumsatz von 41,5 Mrd. USD, getrieben durch hohe Speicherpreise. Elon Musk dankt dem Unternehmen öffentlich für die Chip-Zuteilung an Tesla.

Auf einen Blick:
  • Micron-Umsatz in Q3 FY26: 41,46 Mrd. USD, plus 346 Prozent gegenüber Vorjahr
  • Non-GAAP-Bruttomarge sprang auf 84,9 Prozent, Q4-Guidance noch höher
  • Elon Musk dankte Micron öffentlich für Speicher-Zuteilung zu vernünftigen Konditionen
  • CXMT-Börsengang in Shanghai und drohende US-Blacklist als Wildcard im Blick

Elon Musk sagte auf dem Tesla-Earnings-Call etwas, das in der Halbleiterbranche selten ist: Er dankte einem Zulieferer namentlich. Micron habe Tesla „eine sehr bedeutende Zuteilung zu vernünftigen Konditionen verschafft, angesichts der ziemlich irren Speicherpreise gerade.” Das ist ein bemerkenswerter Satz, weil er zwei Dinge gleichzeitig sagt. Erstens: Speicher ist knapp. Zweitens: Wer viel davon will, muss heute betteln gehen.

Die Zahlen, die einen zweimal blinzeln lassen

Microns Quartalsergebnis für das dritte Fiskaljahr 2026 war schlicht ein Monster. 41,46 Milliarden USD Umsatz, plus 74 Prozent gegenüber dem Vorquartal, plus 346 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der sequenzielle Anstieg von gut 17,6 Milliarden USD ist der größte in einem einzelnen Quartal in der Unternehmensgeschichte. Die Non-GAAP-Bruttomarge lag bei 84,9 Prozent, zehn Prozentpunkte höher als im Vorquartal. Non-GAAP-EPS: 25,11 USD. Micron hatte sich selbst 19,15 USD als Mitte der eigenen Guidance gesetzt.

Und die Q4-Guidance setzt noch einen drauf: 50 Milliarden USD Umsatz, rund 86 Prozent Marge, 31 USD EPS. Das Quartal nach dem Rekordquartal soll also noch größer werden.

Woher kommt die Marge wirklich?

Hier wird es interessant, und hier liegt der Haken. Die naheliegende Antwort wäre: HBM, also High Bandwidth Memory, der Premiumspeicher für KI-Beschleuniger, das Produkt, das direkt neben Nvidias Chips sitzt. Vor einem Jahr stimmte das auch. Im zweiten Kalenderquartal 2025 lag HBM preislich noch mehr als viermal so hoch wie ein Standard-DDR5-Servermodul.

Das hat sich gedreht. Seit dem ersten Kalenderquartal 2026 ist konventionelles DRAM laut TrendForce profitabler als HBM. Der Grund: HBM-Preise wurden weit im Voraus in Jahresverträgen eingefroren, während die Preise für konventionelles DRAM quartalweise neu gesetzt wurden und schlicht davongelaufen sind. Microns CEO hat das indirekt bestätigt. Im Dezember 2024 nannte er HBM-Margen noch „deutlich positiv für das Unternehmen”. Im März 2026 räumte er ein, dass Nicht-HBM-Margen heute höher seien als HBM-Margen. Auf dem Q3-Call ließ er den Vergleich dann ganz weg.

Die Hyperscaler zahlen, aber warum?

Alphabet hob seine Capex-Guidance für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden USD an. Microsoft plant rund 190 Milliarden, Amazon rund 200 Milliarden, Meta 125 bis 145 Milliarden. Das klingt nach einer Geldmaschine für Speicherhersteller. Nur hat Microsoft selbst gesagt, dass rund 25 Milliarden USD davon auf gestiegene Komponentenpreise entfallen. Meta war noch direkter: „Der größte Teil davon ist auf höhere Komponentenkosten zurückzuführen, insbesondere bei Speicherpreisen.”

Das ist der Unterschied, der alles ausmacht. Capex steigt, weil Preise steigen, ist eine andere Geschichte als Capex steigt, weil Kunden mehr kaufen. Der erste Fall endet, sobald die Preise aufhören zu steigen. Micron selbst hat in der eigenen Guidance bereits eine „deutliche Verlangsamung der Preisanstiegsrate” signalisiert. Der Anstieg bei konventionellem DRAM lag im ersten Kalenderquartal noch bei 93 bis 98 Prozent, die Prognose für das dritte Kalenderquartal liegt bei 13 bis 18 Prozent.

CXMT und die Wildcard aus Peking

Am 27. Juli debütierte ChangXin Memory Technologies, Chinas größter DRAM-Hersteller, an der Shanghaier STAR-Börse nach einem IPO, der rund 8,6 Milliarden USD einbrachte. Auf dem Papier ist das ein direkter Konkurrent für genau die Produkte, mit denen Micron gerade seine Marge macht: konventionelles DRAM. Microns Mobile-und-Client- sowie Automotive-und-Embedded-Segmente, zusammen rund 39 Prozent des Q3-Umsatzes, überschneiden sich direkt mit CXMTs Portfolio.

Allerdings schätzt SemiAnalysis, dass CXMTs Kosten pro Bit noch mehr als 30 Prozent über denen der drei Marktführer liegen. Ein kostenbenachteiligter Neuling, der eine Lücke in einem ohnehin unterversorgten Markt füllt, ist kein Schreckensszenario für dieses Jahr. Und dann ist da noch Reuters: Die USA sollen CXMT bislang nicht auf die Handelsschwarzliste gesetzt haben, weil die Trump-Regierung Spannungen mit Peking vermeiden will. Eine Commerce-Veröffentlichung könnte das ändern, und dann würden die drei großen Speichernamen wohl sofort anspringen.

Hold, und das aus gutem Grund

Die Micron-Aktie hat YTD gut 183 Prozent zugelegt, liegt im 30-Tage-Rückblick aber fast 20 Prozent im Minus. Das Monster-Quartal ist real. Die Frage, wie viel davon auf dauerhafter Nachfrage basiert und wie viel auf einem Preisschub, der schon abkühlt, ist es noch nicht. Fiscal Q4, Ergebnisse voraussichtlich Ende September, wird zeigen, ob die Vertragsarchitektur hält. Bis dahin gilt: abwarten, wer von den Hyperscalern am 29. und 30. Juli seine Capex-Guidance erhöht, und warum.

Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)