Micron Aktie: KeyBanc hebt Kursziel auf 1.750 Dollar

KeyBanc-Analyst erhöht Kursziel für Micron deutlich und prognostiziert starke Speicherpreisanstiege. Die Aktie reagiert mit einem kräftigen Plus.

Auf einen Blick:
  • Kursziel von KeyBanc auf 1.750 Dollar erhöht
  • Erwartung von DRAM- und NAND-Preissprüngen
  • Quartalsumsatz steigt um 345,8 Prozent
  • Milliardeninvestitionen in den USA geplant

Auslöser war eine deutliche Kurszielanhebung durch KeyBanc-Analyst John Vinh, der seine Bewertung für den Speicherchiphersteller von 1.600 auf 1.750 US-Dollar erhöhte und die Einstufung Overweight bestätigte. Rechnerisch impliziert das ein Aufwärtspotenzial von 87 Prozent gegenüber dem damaligen US-Kurs. Die Aktie schloss an der Nasdaq bei 983,12 US-Dollar, ein Plus von 4,92 Prozent zum Vortag, nachdem sie im Tagesverlauf zeitweise sogar 994,80 Dollar erreicht hatte.

An der Frankfurter Börse zeigt sich das Bild ähnlich dynamisch. Der Titel schloss zuletzt bei 861,20 Euro und liegt damit 3,65 Prozent über dem Niveau von vor sieben Handelstagen, auf Monatssicht steht dagegen ein Rückgang von 7,94 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 220,15 Prozent zugelegt, binnen zwölf Monaten sogar um 731,92 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.103,80 Euro, markiert am 25. Juni 2026, trennen den Titel derzeit 21,98 Prozent, während der Abstand zum Jahrestief von 90,64 Euro vom 1. August 2025 mittlerweile 850,13 Prozent beträgt. Mit einem RSI von 49,4 und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 110,38 Prozent bewegt sich die Aktie derzeit weder überkauft noch überverkauft, notiert aber 5,51 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 107 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Speicherpreise vor kräftigem Anstieg

Der Optimismus von KeyBanc speist sich aus der Erwartung eines anhaltend engen Speichermarktes. Vinh rechnet mit DRAM-Preissteigerungen von 15 bis 20 Prozent im laufenden Quartal sowie mit einem Anstieg der NAND-Preise um 30 bis 40 Prozent. Bei High-Bandwidth-Memory, den für KI-Beschleuniger zentralen HBM-Chips, erwartet er im ersten Quartal 2027 sogar einen Preissprung von 100 bis 150 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Analyst, der laut TipRanks unter mehr als 12.300 bewerteten Analysten Rang 68 belegt und eine Trefferquote von 64 Prozent aufweist, sieht die Knappheit bis über das Jahr 2027 hinaus anhalten. Micron-Chef Sanjay Mehrotra hatte zuvor selbst erklärt, die Nachfrage werde das Angebot über 2027 hinaus übersteigen. Von den 45 Analysten, die den Titel abdecken, votieren laut Motley Fool 89 Prozent für Kauf.

Milliardeninvestitionen und Großaufträge

Untermauert wird die positive Einschätzung durch die Investitionsstrategie des Unternehmens. Micron kündigte an, bis 2035 rund 250 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren – eine Nachricht, die den gesamten Halbleitersektor beflügelte und am 14. Juli mit zum Anstieg von S&P 500 und Nasdaq beitrug. Zusätzlich verwies Micron auf mittlerweile 16 strategische Liefervereinbarungen mit Kundeneinlagen von insgesamt 22 Milliarden US-Dollar, die über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar Umsatz generieren sollen. Anfang Juli war zudem eine langfristige Vereinbarung mit Ford bekannt geworden. Die Aktie hatte am 25. Juni bei 1.255 US-Dollar ihr 52-Wochen-Hoch erreicht, war danach aber unter die Marke von 1.000 Dollar gefallen, bevor die jüngste Rally einsetzte.

Quartalszahlen übertreffen Erwartungen deutlich

Operativ liefert Micron die Grundlage für den Optimismus: Im dritten Fiskalquartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 345,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Gewinn je Aktie von 25,11 Dollar, was die Konsensschätzung um 3,72 Dollar übertraf. Für das vierte Quartal stellt Micron einen Gewinn je Aktie zwischen 30 und 32 Dollar in Aussicht. Am 21. Juli wird zudem eine Quartalsdividende von 0,15 US-Dollar je Aktie ausgezahlt.

Insiderverkäufe trüben das Bild leicht

Nicht ganz ins bullische Gesamtbild passen die jüngsten Insidertransaktionen. CEO Sanjay Mehrotra veräußerte am 1. Mai 40.000 Aktien zu 536,26 US-Dollar, Director Steven J. Gomo verkaufte am 11. Mai 2.000 Aktien zu 787,03 US-Dollar. Insgesamt trennten sich Insider im vergangenen Quartal laut MarketBeat von 163.300 Aktien im Gegenwert von rund 152,7 Millionen US-Dollar. Auf der Analystenseite bleibt das Bild dennoch klar positiv: MarketBeat zählt bei Micron aktuell 5 Strong-Buy-, 30 Buy- und 3 Hold-Einstufungen bei einem durchschnittlichen Kursziel von 1.268,93 US-Dollar, während TipRanks für den Gesamtkonsens „Strong Buy“ mit einem Durchschnittskursziel von 1.563,93 US-Dollar ausweist. Mit einem KGV von unter 22 auf US-Kursbasis bleibt die Bewertung angesichts der Wachstumsdynamik im Speichergeschäft nach Einschätzung mehrerer Analysten moderat.

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