Micron-Aktie: Katerstimmung!

Broadcom verfehlt überzogene Markterwartungen trotz Rekordumsatz. Micron-Aktie fällt unter 1.000 Dollar und löst Branchensorgen aus.

Auf einen Blick:
  • Broadcom übertrifft Analystenschätzungen
  • Anlegerenttäuschung trotz Umsatzplus
  • Micron-Aktie verliert 7,7 Prozent
  • Kurs fällt unter 1.000-Dollar-Marke

Die Rallye der Chiphersteller scheint aktuell ein eher unsanftes Ende zu finden. Fast schon fluchtartige Bewegungen gab es im Handel am Donnerstag zu sehen. Ausgelöst wurden Gewinnmitnahmen vor allem durch Zahlen von Broadcom. Zwar konnte der US-Konzern sämtliche Analystenschätzungen übertreffen. Doch die Erwartungen der Anleger konnten offensichtlich nicht erfüllt werden.

Jene hatten sich wohl bereits darauf eingestellt, dass Broadcom wie zuvor schon SK Hynix, Micron und Co. die Konsensschätzungen pulverisieren könnte. Gereicht hat es allerdings „nur“ für ein Plus von 48 Prozent beim Umsatz, der nun auf 22,19 Milliarden US-Dollar beziffert wurde. In der Euphorie der letzten Tage schwollen die Hoffnungen der Börsianer bis in sehr viel höhere Gefilde an.

Micron: Entzaubert?

Die Auswirkungen der Ergebnisse waren in der gesamten Branche zu spüren. Es machte sich die Sorge breit, dass die Bewertungen vielleicht doch etwas zu weit in die Höhe geschossen sein könnten. Im Fall der Micron-Aktie sorgte dies gestern für Kursverluste von 7,7 Prozent. Nachbörslich ging es um über fünf Prozent weiter in die Tiefe.

Micron Aktie Chart

Der Titel fällt damit unter die 1.000-Dollar-Marke und tendiert stark in Richtung 950 Dollar, wenn nicht sogar noch etwas tiefer. Im Chart ist das zwar allenfalls ein kleiner Rückschlag. abzuwarten bleibt aber, ob mit den Gewinnmitnahmen nun vielleicht noch etwas Größeres losgetreten werden könnte. Denn die Fallhöhe ist enorm und nicht jeder wird sich auf Risiken einlassen wollen.

Unverändert

Fundamental ist alles beim Alten geblieben. Micron bekommt seine Speicherchips zu fast schon unverschämten Margen nur so aus den Händen gerissen und Lieferverträge werden nicht mehr über Wochen, sondern über Jahre geschlossen. Die Gefahr dafür, dass der Schweinezyklus die Margen erodieren lässt, ist damit zumindest kurzfristig als gering einzustufen.

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