Micron-Aktie: In den Sog geraten!

Mit einem Kurseinbruch von 12% war die Micron-Aktie am gestrigen Dienstag der mit Abstand schwächste Wert im Nasdaq 100 und S&P 500. Was steckte hinter dem Dämpfer?

Auf einen Blick:
  • Koreanische Finanzaufsicht äußert sich negativ zu Hebelprodukten auf Chipriesen
  • Starke Verkaufswelle bei asiatischen Speicherchip-Herstellern
  • Wettbewerber SK Hynix verlagert Kapazitäten von HBM- auf DRAM-Speicher

Mit einem Kurseinbruch von zwölf Prozent war die Micron-Aktie am gestrigen Dienstag der mit Abstand schwächste Wert in den beiden US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Was steckte hinter dem heftigen Dämpfer des Speicherchipherstellers?

Auslöser in Korea

Es gibt keine schlechten Nachrichten direkt von Micron. Der Tech-Konzern wurde von einer globalen Kettenreaktion im Halbleitersektor erfasst.

Der Hauptauslöser lag in Asien: Der südkoreanische Leitindex KOSPI stürzte um heftige zehn Prozent ab, was sogar zu automatischen Handelsunterbrechungen führte. Wesentlicher Auslöser war eine deutliche Warnung der südkoreanischen Finanzaufsicht. Der Chef der Aufsichtsbehörde äußerte öffentlich großes Bedauern darüber, extrem riskante, gehebelte ETFs zugelassen zu haben, die ausschließlich die heimischen Chip-Riesen Samsung und SK Hynix abbilden.

Da Kleinanleger diese Hebelprodukte massiv gekauft hatten, löste die Warnung eine brutale Verkaufswelle bei den asiatischen Speicherchip-Herstellern aus. Diese Panik schwappte im vorbörslichen Handel direkt über den Pazifik zu Micron.

Nervosität vor den Zahlen

Zusätzlich sorgte ein Bericht über den südkoreanischen Konkurrenten SK Hynix für Stirnrunzeln im KI-Sektor. SK Hynix plant offenbar, den Ausbau der nächsten Generation von KI-Speichern (HBM4) minimal zu bremsen, um Kapazitäten zurück in den klassischen, konventionellen DRAM-Speicher (Standard-Arbeitsspeicher) zu verlagern. Viele Algorithmen und Trader lasen die Schlagzeile „HBM-Ausbau verlangsamt“ und befürchteten reflexartig, dass der allgemeine KI-Boom abkühlt.

Es ist kein Nachfrageproblem, sondern eine Margenverschiebung. Da Standard-DRAM aktuell weltweit extrem knapp ist und die Preise dort explodiert sind, ist die operative Marge im Standardgeschäft derzeit rund 15 Prozentpunkte höher als bei den komplexen KI-Speichern. Für den Markt reichte das Gerücht dennoch, um Gewinne im gesamten KI-Hardware-Sektor zu realisieren.

Da heute nach US-Börsenschluss der extrem wichtige Quartalsbericht von Micron ansteht, haben viele institutionelle Investoren und Hedgefonds den Schock aus Asien als perfekten Vorwand genutzt, um am Tag vor den Zahlen massiv Gewinne mitzunehmen.

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