Micron Technology steht im Patentstreit mit dem Speichertechnologie-Unternehmen Netlist vor einer neuen Eskalationsstufe. Netlist hat laut Reuters bei der U.S. International Trade Commission (ITC) Beschwerde eingereicht und fordert ein Importverbot für bestimmte Speicherchips von Micron, die unter anderem in KI-Produkten von Nvidia, Google und Broadcom eingesetzt werden.
Micron-Aktie: Netlist fordert Importverbot
Nach Angaben von Netlist verletzen die betreffenden Micron-Chips zwei Patente des Unternehmens im Bereich High Bandwidth Memory (HBM). Netlist verlangt deshalb, Einfuhren bestimmter DRAM-Speicher von Micron sowie von GPUs, Servern und weiteren Produkten zu untersagen, sofern darin die beanstandete Technik steckt.
Die Angelegenheit reicht damit über Micron selbst hinaus. In der Beschwerde werden auch Produkte von Nvidia, Google und Broadcom genannt, die entsprechende Speichertechnologie von Micron verwenden. Zum Zeitpunkt des Reuters-Berichts lag von den betroffenen Unternehmen keine Stellungnahme zur Beschwerde vor.
Micron-Aktie: Patentstreit schwelt schon länger
Der aktuelle Vorstoß ist nicht der erste Konflikt zwischen den beiden Unternehmen. Bereits 2024 gewann Netlist vor einem Bundesgericht in Texas ein Patentverletzungsverfahren gegen Micron, bei dem dem Unternehmen 445 Mio. US-Dollar zugesprochen wurden.
Im August reichte Netlist zudem eine weitere Beschwerde bei der ITC gegen Micron ein. Diese betrifft Speicherchips, die unter anderem in Produkten von Super Micro Computer, Hewlett Packard Enterprise und Lenovo verwendet werden.
Zur Einordnung: Für Micron ist die neue Beschwerde besonders relevant, weil sie Speichertechnologie für den stark wachsenden KI-Infrastrukturmarkt betrifft und zugleich Produkte bedeutender Kunden beziehungsweise Technologiepartner wie Nvidia, Google und Broadcom einschließt. Ob und in welchem Umfang Micron dadurch tatsächlich wirtschaftlich belastet werden könnte, bleibt abzuwarten.
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