Micron Technology sichert sich ab. Der Speicherchip-Gigant nimmt bis zu drei Milliarden US-Dollar in die Hand. Das Ziel: eine krisenfeste Lieferkette in den USA. Der unstillbare Hunger nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz zwingt den Konzern zum Handeln.
Finanzspritze für Texas
Ein zentraler Baustein des Plans betrifft GlobalWafers. Micron unterstützt den Zulieferer mit 500 Millionen Dollar. Mit dem Geld baut das Partnerunternehmen seine Fabrik im texanischen Sherman aus. Dort entstehen wichtige Wafer aus Rohsilizium.
US-Handelsminister Howard Lutnick lobte den Schritt prompt. Die Investition mache die USA in einem lebenswichtigen Sektor deutlich stärker.
Sektorweite Rallye
An der Börse kam die Nachricht hervorragend an. Die Papiere kletterten am Donnerstag in der Spitze um sechs Prozent. Sie beendeten den Handel bei 867,20 Euro. Micron schwimmt dabei auf einer breiten Erfolgswelle. Auch Konkurrenten wie AMD und Intel legten spürbar zu.
Zuvor meldete bereits der asiatische Rivale SK Hynix einen enormen Andrang bei seinem US-Börsengang. Institutionelle Investoren setzen massiv auf Speicherchips.
Explodierende Umsätze
Der Markt für Hochleistungsspeicher ist extrem angespannt. Beobachter erwarten Engpässe bis ins Jahr 2027. Diese Knappheit treibt die Bilanz von Micron rasant nach oben. Im dritten Geschäftsquartal explodierte der Umsatz auf 41,4 Milliarden Dollar. Das ist ein gewaltiges Plus von 345 Prozent im Jahresvergleich.
Die Preise für Speicherchips haben sich rasant verteuert. Für das laufende vierte Quartal peilt das Management bereits Einnahmen von 50 Milliarden Dollar an. Die erwartete Bruttomarge kratzt an der Marke von 86 Prozent.
Trotz der starken operativen Zahlen bleibt die Aktie schwankungsanfällig. Seit Jahresbeginn verbuchen Aktionäre ein sattes Plus von 222 Prozent. Vom Rekordhoch bei knapp 1.104 Euro ist der Kurs aktuell dennoch rund 21 Prozent entfernt. Die täglichen Preisausschläge bleiben auf einem enorm hohen Niveau. Microns mittelfristiger Erfolg hängt nun direkt daran, wie schnell die neuen texanischen Wafer in die Fertigung fließen.
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