Rekordquartal, Allzeithoch — und dann ein Kursrutsch von fast sieben Prozent. Micron Technology hat eine turbulente Woche hinter sich. Der Speicherchiphersteller lieferte Zahlen, die kaum besser sein könnten. Trotzdem schloss die Aktie den Freitag bei 995,60 Euro.
Zahlen auf einem anderen Niveau
Das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 war kein normales Quartal. Micron erzielte einen Umsatz von 41,46 Milliarden Dollar — im Vorjahreszeitraum waren es 9,30 Milliarden. Der Nettogewinn auf Non-GAAP-Basis kletterte auf 28,86 Milliarden Dollar, oder 25,11 Dollar je verwässerter Aktie.
Der Treiber dahinter ist High Bandwidth Memory. Microns HBM3E-Chips und die nächste Generation HBM4 sind vollständig ausverkauft — für den Rest des Kalenderjahres 2026. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage soll bis weit in 2027 anhalten. Das Rechenzentrumsgeschäft macht inzwischen mehr als 56 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Langfristige Lieferverträge als Stabilitätsanker
CEO Sanjay Mehrotra sprach auf dem Earnings Call von 16 strategischen Kundenvereinbarungen. Diese Verträge laufen über mehrere Jahre und enthalten sogenannte Take-or-Pay-Klauseln: Kunden müssen zahlen, auch wenn sie nicht abnehmen. Micron deckt damit Rechenzentren, Konsumgüter und Automotive ab.
Das Ziel ist klar: Die historischen Boom-Bust-Zyklen der Speicherbranche sollen der Vergangenheit angehören. Ob das gelingt, wird sich zeigen — aber die Vertragsstruktur gibt dem Unternehmen zumindest deutlich mehr Planungssicherheit als früher.
Milliarden für die Zukunft
Für das vierte Quartal erwartet Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar und eine Bruttomarge von 86 Prozent — beides wären neue Rekorde.
Um dieses Wachstum zu stützen, investiert das Unternehmen massiv. Die Investitionsausgaben für das laufende Geschäftsjahr steigen auf rund 27 Milliarden Dollar. Für 2027 plant Micron Ausgaben oberhalb der Mitte der 40-Milliarden-Dollar-Spanne. Mehr als die Hälfte des Anstiegs entfällt auf Bau und Reinraumkapazitäten. Darunter fällt auch das 100-Milliarden-Dollar-Projekt in New York, dessen erste Wafer-Produktion um das Jahr 2030 erwartet wird.
Genau diese Zahlen haben den Markt am Freitag beschäftigt. Die Aktie hatte am Donnerstag noch ein 52-Wochen-Hoch bei 1.103,80 Euro markiert. Der anschließende Rücksetzer auf 995,60 Euro zeigt, wie sensibel Investoren auf den Kapitalbedarf reagieren — auch wenn der 30-Tage-Gewinn mit rund 25 Prozent nach wie vor beeindruckend ist. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um mehr als 270 Prozent zugelegt.
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