Micron Aktie: 41,46 Milliarden Umsatz

Micron meldet Rekordumsatz und -gewinn, doch ein chinesischer KI-Vorstoß löst einen breiten Kursrutsch bei Halbleiterwerten aus.

Auf einen Blick:
  • Rekordumsatz von 41,46 Milliarden Dollar
  • HBM4-Auslieferungen für Nvidia gestartet
  • Kursrutsch nach chinesischer KI-Ankündigung
  • Analysten sehen trotzdem Kurspotenzial

Was als Reaktion auf einen chinesischen KI-Modell-Vorstoß begann, hat sich zu einem breiten Bewertungsschock für die gesamte Halbleiterbranche ausgeweitet.

Rekordquartal trifft auf Marktpanik

Micron hatte im dritten Fiskalquartal 2026 einen Rekordumsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar gemeldet, ein Plus von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei einem Gewinn je Aktie von 25,11 US-Dollar. Für das vierte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von etwa 86 Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 31,00 US-Dollar in Aussicht. Die HBM4-Auslieferungen für Nvidias Vera-Rubin-Plattform hatten im März 2026 begonnen und laufen Medienberichten zufolge mit doppeltem Tempo im Vergleich zur Vorgängergeneration HBM3E hoch. Micron hat zudem Liefervereinbarungen im Volumen von rund 22 Milliarden US-Dollar auf Take-or-Pay-Basis über 16 langfristige Verträge abgeschlossen, die HBM-Kapazität gilt bis Ende 2026 als ausverkauft.

Doch die anfängliche Kursreaktion auf die Zahlen fiel euphorisch aus – nachbörslich sprang die Aktie zunächst um 13 Prozent auf 1.180 US-Dollar –, bevor ein externer Schock die gesamte Branche erfasste. Der chinesische KI-Anbieter Moonshot hatte am Freitag sein neues Sprachmodell Kimi K3 vorgestellt, ein offenes Modell mit 2,8 Billionen Parametern. Die Ankündigung schürte Zweifel daran, ob die milliardenschweren Investitionen der US-Hyperscaler in KI-Infrastruktur weiterhin gerechtfertigt sind. Der Philadelphia Semiconductor Index rutschte daraufhin in einen Bärenmarkt und lag zuletzt rund 20 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 22. Juni. Laut Sunday Guardian Live verlor der Index allein im Juli mehr als 18 Prozent, während Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq am Freitag jeweils zwischen 0,77 und 1,40 Prozent nachgaben.

Kurs unter Druck, Bewertung bleibt niedrig

Die aktuellen Handelsdaten spiegeln diese Verwerfungen deutlich wider. Zum Freitagsschluss notierte Micron bei 746,30 Euro, nahezu unverändert zum Vortag, doch auf Wochensicht steht ein Minus von knapp 13 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch, das die Aktie erst Ende Juni erreicht hatte, beträgt der Abstand mittlerweile gut 32 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Aktie im Jahresvergleich weit im positiven Bereich, was zeigt, wie ausgeprägt die vorangegangene Rally war, bevor der Rücksetzer einsetzte.

Trotz des Kursrutsches bewerten Analysten Micron mehrheitlich positiv. TD Cowen nannte Medienberichten zufolge ein Kursziel von 1.500 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 47 Prozent entsprochen hätte, gestützt auf anhaltende CPU-Stärke bis Ende 2026 und langfristige DRAM-Verträge, die auf eine sich vertiefende Angebotsknappheit hindeuten. Ein breiteres Analystenpanel aus 45 Häusern kam demnach mehrheitlich zu Strong-Buy-Einstufungen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 1.486 US-Dollar. Die Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie im Fiskaljahr 2026 liegt bei 72,75 US-Dollar, der Umsatz wird auf 129,6 Milliarden US-Dollar taxiert. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von teils unter sieben zählte Micron im Juli zu den günstigsten Werten im Nasdaq 100 – ein Kontrast zu den zweistelligen Kursverlusten des Monats.

Warnung vor Zyklizität

Nicht alle Stimmen sind ungeteilt optimistisch. Investmentgesellschaften mit Bezug zum Namen John Templeton warnten davor, den aktuellen KI-Speicherboom als dauerhaft strukturell statt zyklisch zu betrachten – ein Muster, das die Speicherbranche historisch immer wieder durchlaufen hat. Als Beleg für die Volatilität der Branche wird auf das Jahr 2018 verwiesen, als Micron bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,5 handelte, bevor die Aktie anschließend um 57 Prozent einbrach.

Investoren wie Appaloosa Management unter David Tepper hatten ihre Micron-Position im vierten Quartal 2025 Medienberichten zufolge verdreifacht, auf 1,5 Millionen Aktien. Zudem hatte Micron laut Berichten einen Anteil von rund 40 Prozent seines Umsatzes über langfristige Verträge mit Preisuntergrenzen abgesichert. Ob diese Absicherung ausreicht, um den kurzfristigen Ausverkauf der Speicherchip-Branche zu überstehen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, insbesondere mit Blick auf die anstehenden Kapitalausgaben-Signale der großen US-Technologiekonzerne.

Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 19. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)