Am Mittwoch legt Micron Technology seine Quartalszahlen vor. Der Halbleiterkonzern steht im Zentrum des KI-Booms. Die Aktie ist dieses Jahr bereits um fast 269 Prozent explodiert. Jetzt fordert der Markt Beweise für diese Vorschusslorbeeren.
Analysten erwarten für das abgelaufene Mai-Quartal gewaltige Sprünge. Der Konsens rechnet mit einem Umsatz von rund 34,6 Milliarden US-Dollar. Einige Investmentbanken halten sogar knapp 38 Milliarden für möglich.
Das Unternehmen selbst peilt eine Bruttomarge von etwa 81 Prozent an. Treiber dieser Profitabilität sind spezielle Speicherchips für Künstliche Intelligenz. Die Produktionskapazitäten für diese sogenannten HBM-Chips sind für das gesamte Kalenderjahr ausverkauft. Micron positioniert sich hier als Hauptlieferant für Nvidias kommende Vera-Rubin-Architektur.
Preisschock bei Elektronik
Der Hunger nach Server-Speicher saugt den restlichen Markt leer. Die Folge: Die Preise für herkömmliche RAM-Bausteine schießen nach oben. Das zwingt Hersteller von Unterhaltungselektronik zum Handeln. Die Marke Nothing strich kürzlich ein geplantes Budget-Smartphone. Das Unternehmen nannte verdoppelte Speicherkosten als Hauptgrund.
Parallel dazu drehen Meta und Sony an der Preisschraube. Sie erhöhen die Preise für VR-Headsets und Spielkonsolen oder planen diesen Schritt. Branchenbeobachter rechnen mit einer massiven Ausweitung des globalen Speichermarktes. Bis 2027 soll das Volumen auf 1,3 Billionen US-Dollar anwachsen.
Analysten heben Kursziele an
Vor den Zahlen am Mittwoch überbieten sich Banken mit neuen Kurszielen. Institute wie Stifel, TD Cowen und die Deutsche Bank rufen mittlerweile 1.500 US-Dollar auf. Susquehanna setzt mit 1.750 US-Dollar den aktuellen Höchstwert.
Am Freitag ging die Aktie bei 991,50 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier hauchdünn unter seinem frischen Jahreshoch. Technische Indikatoren signalisieren einen leicht überkauften Zustand. Der Optionsmarkt preist für den Tag nach den Zahlen einen gewaltigen Kursausschlag von bis zu 17 Prozent ein.
Neben dem Quartalsbericht behalten Investoren die Ausgabenseite im Blick. Die Investitionskosten des Konzerns dürften im laufenden Geschäftsjahr die Marke von 25 Milliarden US-Dollar knacken. Hinzu kommt ein technisches Risiko zum Quartalsende. JPMorgan warnt vor anstehenden Index-Umschichtungen. Diese könnten branchenweit erheblichen Verkaufsdruck bei Halbleiteraktien auslösen.
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