Eine historische Woche für Micron. Der Speicherchip-Hersteller katapultierte sich endgültig über die Billionen-Dollar-Marke. 29 Prozent Plus in fünf Handelstagen, getrieben von einer Lawine an Analysten-Upgrades und einem Rekordquartal bei Dell. Der Aktienkurs kletterte auf umgerechnet 833,10 Euro – ein Plus von 210 Prozent seit Jahresbeginn.
Doch die Party hat einen Wermutstropfen. Samsung schickt sich an, im nächsten Speicherchip-Zyklus die Nase vorn zu haben.
Drei Treiber in einer Woche
Der Startschuss fiel am 26. Mai. Die UBS hob das Kursziel für Micron von 535 auf 1.625 Dollar an – der höchste Wert an der Wall Street. Analyst Timothy Arcuri begründete den Schritt mit der fundamental veränderten Nachfrage durch Künstliche Intelligenz. Der Mangel an Hochgeschwindigkeitsspeicher werde mindestens bis 2028 anhalten.
Die Aktie schoss daraufhin um 19 Prozent nach oben und zwang Leerverkäufer zum Eindecken.
Nur zwei Tage später legte Dell nach. Der Serverhersteller übertraf sämtliche Erwartungen: 4,86 Dollar Gewinn pro Aktie statt der prognostizierten 2,88 Dollar. Der Umsatz schnellte um 88 Prozent auf 43,8 Milliarden Dollar. Dell-Chef Michael Dell sprach von anhaltenden Speicher-Engpässen – ein klares Signal für Lieferanten wie Micron.
Die Susquehanna Bank zog nach und erhöhte ihr Kursziel auf 1.750 Dollar.
Fundament: Ausverkauft bis auf weiteres
Die Bewertungserhöhung steht auf einem soliden Fundament. Im zweiten Geschäftsquartal 2026 setzte Micron 23,86 Milliarden Dollar um – dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn nach US-Standard betrug 13,79 Milliarden Dollar.
Für das laufende Quartal erwartet das Management Rekordwerte: 33,5 Milliarden Dollar Umsatz, eine Bruttomarge von rund 81 Prozent und einen Gewinn je Aktie von über 19 Dollar. Die Prognose für ein einziges Quartal übersteigt damit jeden bisherigen Jahresumsatz der Firmengeschichte.
Großkunden bekommen aktuell nur die Hälfte bis zwei Drittel ihrer Bestellmengen. Microns HBM-Produktion für 2026 ist vollständig verkauft, die nächste Generation HBM4 läuft bereits an.
Samsung kontert
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Samsung Electronics gab bekannt, erste Muster seiner siebten HBM-Generation ausgeliefert zu haben – der HBM4E mit 12 Lagen. Die Technik biete 20 Prozent höhere Taktraten und 30 Prozent mehr Kapazität. Zielplattform ist Nvidias kommende „Rubin Ultra“-Generation.
Micron und SK Hynix sollen erst in der zweiten Jahreshälfte folgen. Samsung hat seinen Vorsprung in nur drei Monaten weiter ausgebaut.
Die Marktforscher von Counterpoint Research rechnen für das laufende Quartal mit einem weiteren Anstieg der DRAM-Preise um 50 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 prognostizieren sie ein Marktwachstum von über 300 Prozent.
Technisch angeschlagen
Trotz des Höhenflugs zeigt der RSI-Wert von 31,4 eine überraschende Schwäche. Der Kurs liegt 72 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt – eine extreme Überdehnung, die Korrekturpotenzial signalisiert. Unterstützungen lägen bei rund 813 und 617 Euro.
Der entscheidende Termin ist der 24. Juni. Dann legt Micron seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Das Management hat die Investitionsausgaben für das Gesamtjahr auf über 25 Milliarden Dollar erhöht, fünf Milliarden mehr als ursprünglich geplant. Ein klares Bekenntnis zur KI-Wette – auf einem Markt, in dem Samsung die nächste Runde eröffnet hat.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 30. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
