Micron Technology erlebt einen der stärksten Handelstage seit Monaten. Das Papier notiert bei 761,10 Euro und legt damit um 17,07 Prozent zu – eine kräftige Erholung nach einer Serie schwacher Sitzungen. Auslöser der Rally sind Rekordzahlen des südkoreanischen Konkurrenten Samsung Electronics, die am Donnerstag die gesamte Speicherchip-Branche beflügelten.
Samsung meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 171,5 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 89,5 Billionen Won – ein Sprung von rund 1.814 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Halbleitersparte des Konzerns steuerte davon 89,2 Billionen Won bei. Entscheidend für Anleger war jedoch weniger die Zahl selbst als die Warnung, die Samsung damit verband: Das Unternehmen erwartet, dass sich die Angebotslücke bei Speicherchips 2027 weiter verschärft und mindestens bis 2028 bestehen bleibt. Für Micron, dessen Geschäft eng an die Preisentwicklung bei DRAM und NAND hängt, ist das ein Signal für anhaltende Preismacht statt eines kurzfristigen Nachfrageschubs.
Verstärkt wurde die Bewegung durch Microsoft. Der Softwarekonzern meldete nach US-Börsenschluss ein Umsatzplus von 43 Prozent bei Azure und ein Investitionsbudget, das unter den Befürchtungen der Anleger blieb. Das nahm der Sorge Nahrung, große Cloud-Anbieter könnten ihre Ausgaben für Rechenzentren und damit für Speicherchips drosseln. In der Folge sprangen neben Micron auch SanDisk, Western Digital und Seagate deutlich nach oben, während ein breiter Halbleiter-Index an der Wall Street um rund acht Prozent zulegte.
Vier Tage im Minus, jetzt die Kehrtwende
Die Erholung folgt auf einen scharfen Ausverkauf. In den vier Handelstagen vor dem heutigen Sprung hatte die Micron-Aktie rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Grund war unter anderem der Börsengang des chinesischen Speicherherstellers CXMT in Shanghai, dessen Kurs am Debüttag um mehr als 500 Prozent zulegte und Sorgen vor wachsender chinesischer Konkurrenz im DRAM-Markt schürte. Auch die Sitzung der US-Notenbank, die ihren Leitzins trotz dreier Gegenstimmen unverändert ließ, hatte zusätzlichen Druck auf zinssensitive Technologiewerte ausgeübt. Der HSBC-Analyst Alastair Pinder ordnete die jüngste Kursvolatilität bei Micron mehrheitlich der Theorie zu, dass große KI-Cloud-Anbieter ihre Investitionen überziehen könnten – ein Szenario, das Micron als Zulieferer eher nützt als schadet. Einen kleineren Teil der Schwankungen erklärte er mit der China-Konkurrenz durch CXMT, das bei seinem Börsengang rund 8,5 Milliarden Dollar einsammelte.
Analysten bleiben trotz China-Sorgen zuversichtlich
Trotz der heftigen Kursausschläge der vergangenen Tage überwiegt unter Analysten weiterhin Zuversicht. Der Investor JR Research stufte Micron nach dem Kursrückgang von Hold auf Buy hoch und begründete dies mit einer attraktiven Einstiegsgelegenheit nach dem Abverkauf sowie mit DRAM-Preisen, die im Quartalsvergleich um rund 30 Prozent gestiegen seien. Die Konsensmeinung unter den erfassten Analysten bleibt mit deutlichem Übergewicht bei Kaufempfehlungen gegenüber einer einzelnen Halteeinstufung positiv, das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Niveau. Bank of America nahm Micron zudem in ihre bevorzugte US-Aktienliste auf.
CEO-Verkauf und die Bewertungsfrage
Für Diskussionsstoff sorgte zuletzt auch ein Insiderverkauf: Micron-Chef Sanjay Mehrotra veräußerte am 24. Juli Aktien im Wert von 37,3 Millionen Dollar im Rahmen eines im Januar aufgesetzten automatisierten Verkaufsplans. Analysten werten solche planmäßigen Transaktionen überwiegend als unbedenklich und nicht als Warnsignal für das operative Geschäft. Fundamental verweist Micron auf 16 langfristige Kundenvereinbarungen mit einem Gesamtvolumen von rund 22 Milliarden Dollar sowie darauf, dass die Speicherchip-Generationen HBM3E und HBM4 bis 2027 bereits ausverkauft seien. Gleichzeitig mehren sich Stimmen, die angesichts der starken Kursrallye der vergangenen Monate vor einer sportlichen Bewertung warnen, verglichen mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis der breiteren Halbleiterbranche.
Auch nach dem heutigen Kurssprung bleibt die Aktie deutlich unter ihrem bisherigen 50-Tage-Durchschnitt von 852,10 Euro – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den Kursrückgang der vergangenen Wochen erst teilweise ausgeglichen hat. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die von Samsung skizzierte langfristige Knappheit tatsächlich in stabilen Preisen für Micron niederschlägt.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
