Micron: 50 Milliarden Dollar für Q4 in Aussicht

Micron erwartet anhaltende Speicherknappheit bis 2027 dank KI-Boom. Trotz Rekordzahlen fällt die Aktie, während Citi das Kursziel senkt.

Auf einen Blick:
  • KI-Nachfrage übersteigt Angebotswachstum
  • Citi senkt Kursziel auf 1.150 Dollar
  • CEO verkauft Aktien im Wert von 37 Millionen
  • Rekordumsatz von 41,46 Milliarden Dollar

Micron Technology sieht den weltweiten Speichermarkt so angespannt wie selten zuvor. Auf dem KeyBanc Capital Markets Technology Leadership Forum erklärte der Speicherhersteller am Montag, die Nachfrage durch Künstliche Intelligenz übertreffe das Wachstum des Angebots deutlich.

Preise und Kundennachfrage blieben stark, die Kapazitätsengpässe dürften bis weit in das Jahr 2027 hinein anhalten. Für Anleger ist das die zentrale Botschaft: Der fundamentale Trend bleibt intakt, auch wenn der Aktienkurs zuletzt Federn ließ.

Kurs unter Druck trotz positiver Aussichten

Trotz der optimistischen Einschätzung geriet das Papier zuletzt unter Druck. Am Montag schloss die Aktie bei 746,50 Euro, ein Rückgang von 1,89 Prozent gegenüber dem Vortag. Vom 52-Wochen-Hoch trennen die Aktie mittlerweile 32,37 Prozent.

Der Rücksetzer relativiert sich allerdings im größeren Bild: Über weite Strecken des laufenden Jahres zählte Micron zu den stärksten Werten der Chipbranche, ehe zuletzt Gewinnmitnahmen und aufkeimende Konkurrenzsorgen den Kurs belasteten.

Citi wird vorsichtiger, Micron widerspricht sich selbst

Am Freitag hatte Citi Micron herabgestuft und das Kursziel auf 1.150 US-Dollar von zuvor 1.400 US-Dollar gesenkt. Begründet wurde der Schritt mit einem schwächeren Ausblick für DRAM- und NAND-Preise, den die Analysten nach Gesprächen in der Speicher-Lieferkette und auf Branchenkonferenzen zogen.

Nur wenige Tage später konterkarierte Micron diese Einschätzung mit der eigenen Aussage auf dem KeyBanc-Forum, wonach die Preise gerade wegen der KI-Nachfrage eher fest bleiben dürften als nachzugeben. Die Diskrepanz zeigt, wie unterschiedlich Marktteilnehmer die kurzfristige Preisentwicklung derzeit einschätzen.

Wettbewerbsdruck aus China belastet die Stimmung

Zusätzliche Unsicherheit bringt der chinesische Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) in den Markt. Anfang August hatte ein Bericht über CXMT die Sorge vor künftigen Angebotsrisiken neu befeuert, obwohl die Spotpreise für DDR5- und DDR4-Chips am selben Tag stiegen.

Kurz darauf sorgte Barron’s mit der Meldung für Verunsicherung, Apple habe Speicherchips von CXMT getestet – parallel hatte Tech-Unternehmer Elon Musk auf stark steigende Speicherpreise hingewiesen.

Medienberichten zufolge lobbyiert Micron inzwischen bei der US-Regierung unter Präsident Trump dafür, Apple den Einsatz der chinesischen Konkurrenten CXMT und YMTC in Geräten außerhalb der USA zu untersagen. Der Vorstoß unterstreicht, wie ernst der Speicherhersteller die aufkommende chinesische Konkurrenz nimmt.

In diesem Umfeld sorgte auch eine Insidertransaktion für Aufmerksamkeit: Medienberichten zufolge verkaufte CEO Sanjay Mehrotra in zwei Transaktionen rund 40.000 Aktien im Gesamtwert von etwa 37,3 Millionen US-Dollar. Einzelne derartige Verkäufe von Führungskräften gelten am Markt üblicherweise nicht als Belastung, sofern sie nicht mit operativen Warnsignalen zusammenfallen – solche fehlen im aktuellen Nachrichtenbild.

Rekordzahlen und neue Produkte stützen die Story

Fundamental untermauert wird der positive Ausblick von den jüngsten Geschäftszahlen. Im dritten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron nach eigenen Angaben einen Rekordumsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar und einen GAAP-Nettogewinn von 28,24 Milliarden US-Dollar.

Für das vierte Fiskalquartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz von rund 50,0 Milliarden US-Dollar sowie eine Bruttomarge von etwa 86 Prozent in Aussicht und kündigte eine Quartalsdividende von 0,15 US-Dollar je Aktie an. Der Gewinn je Aktie lag im dritten Fiskalquartal bei 24,67 US-Dollar.

Auch produktseitig kam Bewegung in die Aktie: Micron gewann Anfang August vorbörslich hinzu, nachdem Berichte eine neue Partnerschaft mit Microchip für die 9650 NVMe SSD mit dem Kurstreiber verknüpften. Das Laufwerk nutzt den PCIe-Gen-6-Standard und gilt als erstes in Serie produziertes SSD-Modell dieser Generation, ausgelegt auf KI- und Rechenzentrumslasten.

Die nächsten Quartalszahlen sind laut CNBC-Angaben für den 21. September 2026 terminiert – dann dürfte sich zeigen, ob die auf dem KeyBanc-Forum skizzierte Preisstärke tatsächlich anhält.

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