Eine strenge Rüge trifft den japanischen Bitcoin-Halter Metaplanet von institutioneller Seite: Laut einer am gestrigen Freitag veröffentlichten Untersuchung des Vermögensverwalters VanEck schneidet das Unternehmen bei der Vorstandsvergütung schlechter ab als alle anderen führenden Branchenvertreter.
Unter den zehn größten Unternehmen mit Bitcoin-Treasury erhielt Metaplanet als einzige Gesellschaft die Bewertung „schlecht“ und fiel bei sämtlichen vier angewendeten Prüfkriterien durch.
Durchgefallen bei allen Governance-Tests
Im Fokus der Kritik von VanEck steht die Vergütungsstruktur des Managements, die im Branchenvergleich massiv aus dem Rahmen fällt. Der eingeräumte Optionspool von Metaplanet umfasste 14,7 Prozent der voll verwässerten Aktien. Bei vergleichbaren Unternehmen liegt dieser Wert im Mittel bei lediglich 4,0 Prozent.
Noch deutlicher zeigt sich das Missverhältnis bei den direkten Anteilen: Während Führungskräfte bei Wettbewerbern im Schnitt 0,8 Prozent der Aktien halten, entfallen bei Metaplanet 8,2 Prozent auf die Führungsebene. Diese Konzentration wirft bei Analysten erhebliche Bedenken hinsichtlich der Verwässerung für übrige Aktionäre auf.
Frühere Korrekturen reichen Prüfern nicht aus
Die deutliche Kritik folgt, obwohl die Unternehmensführung bereits in den Vormonaten Gegenmaßnahmen ergriffen hatte. Am 18. August strich das Gremium eine sogenannte Evergreen-Klausel. Am 11. September wurde das Optionsprogramm um 41 Prozent auf 188,2 Millionen Aktien reduziert.
Aus Sicht von VanEck reicht dieser Schritt jedoch nicht aus, um die Governance-Bedenken auszuräumen. Von dem verkleinerten Paket befinden sich 82,8 Millionen Anteile bereits bei Unternehmensinsidern. Weitere 105,4 Millionen Aktien verbleiben im Pool, was rund sieben Prozent der Anteile entspricht und weiterhin deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt.
Großes Krypto-Polster stützt die Notierung
Trotz der Rügen zur Corporate Governance stützen die substanziellen Vermögenswerte die Marktstimmung: Metaplanet hält einen Bestand von 43.000 Bitcoin in seiner Reserve.
Am Markt zeigte sich das Papier von den Governance-Vorwürfen unbeeindruckt. Die Aktie schloss am Freitag mit einem Tagesgewinn von 8,4 Prozent bei 1,47 Euro. Die Debatte um die Vorstandsbezüge verdeutlicht jedoch, dass institutionelle Beobachter bei Krypto-Treasury-Unternehmen zunehmend strengere Maßstäbe an die Unternehmensführung anlegen.
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