Metaplanet Aktie: Superplanet-Übernahme für 134,6 Millionen Dollar

Metaplanet übernimmt Nasdaq-Firma Super League Enterprise für Bitcoin-Reserven und plant US-Expansion. Aktie legt vorbörslich um 14 Prozent zu.

Auf einen Blick:
  • Nasdaq-Einstieg durch SLE-Übernahme
  • Bitcoin-Reserven als Zahlungsmittel
  • Umsatzplus von 134 Prozent
  • BlackRock erhöht Anteil an Metaplanet

Metaplanet bereitet den Sprung an den US-Kapitalmarkt vor und nutzt seine Krypto-Reserven gezielt für die internationale Expansion. Durch die Übernahme einer Kontrollmehrheit an Super League Enterprise (SLE) sichert sich das Unternehmen eine Nasdaq-Präsenz und etabliert eine dedizierte Plattform für seine Bitcoin-Treasury-Strategie in den Vereinigten Staaten. Die Aktie reagiert heute vorbörslich mit einem Kursplus von 14 % und notiert bei 1,67 €.

Strategische Akquisition und Umbenennung in Superplanet

Am Dienstag gab das Unternehmen den Abschluss eines definitiven Abkommens bekannt, um 95,7 % der Anteile an der Nasdaq-notierten Super League Enterprise zu erwerben. Der Transaktionswert wird auf rund 134,6 Millionen US-Dollar beziffert.

Die Finanzierung unterstreicht die Rolle von Bitcoin als strategische Reserve: Metaplanet bringt 2.100 Bitcoin im Gegenwert von etwa 132,1 Millionen US-Dollar sowie 2,5 Millionen US-Dollar in bar ein. Für die im Rahmen der Transaktion neu ausgegebenen Stammaktien wurde ein Preis von 3,00 US-Dollar festgesetzt, basierend auf dem Bitcoin-Schlusskurs vom 14. August.

Gestern wurde präzisiert, dass die übernommene Einheit künftig unter dem Namen „Superplanet, Inc.“ firmieren und unter dem Börsenkürzel „SUPA“ gehandelt werden soll. Während Metaplanet-CEO Simon Gerovich den Vorsitz im Verwaltungsrat der umbenannten Gesellschaft übernimmt, wird der bisherige SLE-Chef Matthew Edelman das operative Segment leiten.

Medienberichten zufolge beinhaltet die Vereinbarung zudem Optionsscheine mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Diese berechtigen Metaplanet zum Kauf von bis zu 381 Millionen zusätzlichen Aktien, was ein potenzielles künftiges Kapitalvolumen von rund 3,38 Milliarden US-Dollar darstellt. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, sofern die Zustimmung der Aktionäre und Regulierungsbehörden erfolgt.

Starkes Halbjahr und Einstieg großer Investoren

Flankiert wird die Expansion von einer deutlichen operativen Verbesserung im Kerngeschäft. Am 14. August meldete Metaplanet für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatzanstieg um 134 % auf 4,94 Milliarden Yen. Der Betriebsgewinn kletterte im selben Zeitraum um 136 % auf 3,33 Milliarden Yen.

Die Attraktivität dieser Wachstumszahlen spiegelt sich im Aktionariat wider: Der Vermögensverwalter BlackRock hat sein Engagement ausgebaut und hält nun 3,73 Millionen Anteile an Metaplanet, was einem Wert von etwa 5,18 Millionen US-Dollar entspricht.

Trotz der Kursgewinne notiert das Papier derzeit noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5,32 €, hat sich jedoch mit dem heutigen Sprung weiter vom 50-Tage-Durchschnitt von 1,25 € abgesetzt und liegt nun rund 33 % über diesem Trendindikator.

Ein potenzielles Risiko für die künftige Index-Zugehörigkeit stellen neue Einstufungsregeln des Indexanbieters MSCI dar. Medienberichten zufolge könnten Unternehmen, die primär als Bitcoin-Treasury fungieren und kein klassisches operatives Geschäft in den Vordergrund stellen, künftig aus globalen Aktienindizes ausgeschlossen werden.

Fokus auf BTC Yield und Treasury-Management

Metaplanet hat seine Unternehmensstrategie am 17. August offiziell dahingehend angepasst, dass künftig der „BTC Yield“ – also die Steigerung der Bitcoin-Bestände pro Aktie – Vorrang vor der absoluten Kursentwicklung der Kryptowährung hat. Damit orientiert sich das Haus eng am Modell von MicroStrategy.

Die aktuelle Treasury umfasst 43.000 Bitcoin, wobei eine Bewegung von 5.014 Bitcoin zwischen verschiedenen Wallets am 13. August laut Simon Gerovich lediglich eine routinemäßige Verwahrungsoperation darstellte und keinen Verkauf bedeutete.

Dennoch bleibt die Volatilität der zugrunde liegenden Assets ein bilanzieller Faktor. Basierend auf Anschaffungskosten zwischen 96.191 und 102.558 US-Dollar pro Bitcoin belaufen sich die nicht realisierten Buchverluste der Treasury aktuell auf schätzungsweise 1,4 bis 1,6 Milliarden US-Dollar.

Durch den Nasdaq-Einstieg über Superplanet und die fünfjährige Haltefrist für die neuen Aktien setzt das Management jedoch auf eine langfristige Wertsteigerung durch die Verknüpfung von operativer Plattform und Krypto-Beständen.

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