Metaplanet baut sein Bitcoin-Ökosystem weiter aus — der Kurs fällt trotzdem. Am Dienstag verlor die Aktie des japanischen Unternehmens 5,30 Prozent auf 1,25 Euro. Das 52-Wochen-Tief von 1,20 Euro liegt nur noch knapp vier Prozent entfernt.
Bitcoin-Prämien für treue Aktionäre
Metaplanet hat gemeinsam mit der japanischen Kryptobörse Coincheck ein Aktionärsprämienprogramm gestartet. Wer bis Ende Juni 2026 mindestens 100 Metaplanet-Aktien hält und ein Coincheck-Konto besitzt, nimmt teil. Fünfzig ausgewählte Aktionäre erhalten Bitcoin im Wert von je 100.000 Yen.
Das Programm ist kein Zufall. Metaplanet wurde kürzlich aus dem S&P Japan Mid Cap 100 gestrichen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 44 Prozent verloren. Mit dem Prämienprogramm versucht das Unternehmen, die Investorenbasis zu stabilisieren.
Eigene Wertpapiertochter als nächster Schritt
Parallel dazu treibt Metaplanet die Übernahme von Siiibo Securities voran. Mitte Juni vereinbarte das Unternehmen den Kauf für rund 2,1 Milliarden Yen. Die regulierte Firma soll zur Basis für „Metaplanet Securities“ werden.
Das Ziel: ein eigenes Bitcoin-Finanzökosystem in Japan. Mit einer Lizenz als Typ-1-Finanzinstrumenteanbieter kann Metaplanet Anleihen ausgeben — und damit weitere Bitcoin kaufen, ohne neue Aktien auszugeben. Das würde bestehende Aktionäre vor Verwässerung schützen.
Metaplanet hält inzwischen 40.177 Bitcoin. Die Strategie ähnelt dem Playbook von MicroStrategy: aggressive Akkumulation, finanziert über Fremdkapital.
Markt bleibt skeptisch
Die Ankündigungen überzeugen den Markt bislang nicht. Der RSI liegt bei 35,6 — die Aktie nähert sich überverkauftem Terrain. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 10,05 Euro im Juni 2025 hat der Kurs mehr als 87 Prozent verloren. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 2,40 Euro — fast doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs.
Ob die Siiibo-Übernahme das Vertrauen zurückbringt, hängt davon ab, wie schnell Metaplanet Securities operativ wird. Der Abschluss der Transaktion ist der nächste konkrete Meilenstein.
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