Metaplanet hält mittlerweile 43.000 Bitcoin. Damit rangiert das japanische Unternehmen weltweit auf Platz drei der größten börsennotierten Bitcoin-Halter, nur Strategy und Twenty One Capital aus den USA besitzen mehr. Trotzdem fiel die Aktie am Freitag um 3,58 Prozent auf 1,19 Euro.
Genau das ist das Paradoxe an diesem Fall: Ein Unternehmen mit einem Bitcoin-Schatz im Wert von rund 2,8 Milliarden Dollar, dessen Aktienkurs seit Jahresbeginn trotzdem fast die Hälfte seines Werts verloren hat. Der Grund liegt in einer Kennzahl, die viele Anleger kaum kennen: dem mNAV.
Warum die Aktie unter Wert notiert
Das mNAV, also das Verhältnis von Marktkapitalisierung zum Nettovermögen in Bitcoin, liegt bei Metaplanet aktuell unter 1,0. Die Aktie handelt damit günstiger als der reine Wert der gehaltenen Bitcoin-Bestände. Anleger zahlen für einen Euro Bitcoin im Unternehmen weniger als einen Euro Aktienwert.
Das ist ungewöhnlich für ein Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Normalerweise verlangt der Markt einen Aufschlag, weil er auf künftige Zukäufe und Kurssteigerungen bei Bitcoin spekuliert. Bei Metaplanet ist das Gegenteil der Fall.
Vom Hotelbetreiber zum Finanzdienstleister
Metaplanet war einst ein Hotelbetreiber. Inzwischen hat sich das Unternehmen zu einem reinrassigen Bitcoin-Treasury-Vehikel gewandelt. Der nächste Schritt geht aber weiter: Der Konzern will aktiv Finanzprodukte vertreiben, statt nur Bitcoin zu horten.
Dafür kaufte Metaplanet den Wertpapierhändler Siiibo Securities für umgerechnet rund 13,1 Millionen Dollar. Die Einheit firmiert seit dem 13. Juli 2026 unter dem Namen Metaplanet Securities. Mit der Übernahme sicherte sich das Unternehmen eine Lizenz als Finanzdienstleister erster Kategorie in Japan.
Diese Lizenz öffnet die Tür für zwei neue Produktlinien: die Vorzugsaktien-Serien „MARS“ und „Mercury“. Beide sollen Anlegern eine renditetragende Beteiligung an der Bitcoin-Wertentwicklung bieten, ohne dass sie selbst Bitcoin kaufen müssen.
Große Investoren steigen ein
Institutionelle Anleger scheinen von der Strategie überzeugt zu sein. Capital Research and Management, Teil der Capital Group, erhöhte ihren Stimmrechtsanteil an Metaplanet auf 10,63 Prozent. Die Offenlegung vom 21. Juli 2026 betraf mehr als 136 Millionen Aktien und machte den US-Vermögensverwalter zum größten Aktionär des Unternehmens.
Finanziell abgesichert wird die Expansion durch eine Vereinbarung mit dem EVO Fund über bis zu 59,5 Millionen Dollar. Das Kapital kommt aus Nullkupon-Wandelanleihen und Bezugsrechten auf Aktien. Ein Teil davon floss bereits in weitere Bitcoin-Käufe, der Rest soll den Start der neuen Wertpapiersparte finanzieren.
Charttechnik bleibt angespannt
Der Kurs notiert derzeit 14,48 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,04 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 2,05 Euro fehlen dagegen mehr als 40 Prozent. Der RSI von 44,4 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale, eher eine Seitwärtsbewegung ohne klare Richtung.
Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen: Wann starten MARS und Mercury offiziell den Vertrieb? Ein erfolgreicher Marktstart der neuen Vorzugsaktien gilt als der Hebel, der die Lücke zwischen Aktienkurs und Bitcoin-Bestand schließen könnte. Bis dahin bleibt der Kurs von Metaplanet vor allem eines: ein Spiegelbild der Bitcoin-Bewegungen selbst.
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