Metaplanet hat sein Verwaltungsrat eine deutliche Kürzung des umstrittenen Series-10-Optionsprogramms beschlossen. Die maximale Zahl künftig ausgebbarer Aktien sinkt um 41,1 Prozent von 319.464.000 auf 188.190.000 Stück, der Ausübungspreis bleibt bei 10 Yen je Aktie. Damit reagiert das Unternehmen auf anhaltenden Widerstand von Aktionären gegen die Verwässerungsgefahr durch das Programm.
Der Schritt kommt nicht überraschend. Erst vor gut einer Woche hatte Metaplanet-Chef Simon Gerovich öffentlich Kritik von Aktionären an der Struktur des Optionsplans eingeräumt und angekündigt, künftig klarer über Governance- und Vergütungsfragen zu kommunizieren. Seither hat die Aktie rund 12,0 Prozent verloren.
Die jetzige Kürzung ist die konkrete Antwort auf diese Debatte, deren Wurzeln bis August zurückreichen, als der Verwaltungsrat den maximalen Umfang des Programms erstmals auf 319.464.000 Aktien festlegte, nachdem zuvor eine automatische Ausweitung bei neuen Aktienemissionen möglich gewesen war.
Neue Gesellschaft für Bitcoin, Aktien und Kredite in Asien
Parallel zur Programmänderung kündigte Metaplanet die Gründung einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft in Hongkong an: Metaplanet Asset Management Asia Limited startet mit einem Startkapital von einer Million US-Dollar.
Die neue Einheit soll während der asiatischen Handelszeiten in den Bereichen Bitcoin, Aktien und Kreditprodukte aktiv werden. Zeitgleich reshuffelte der Verwaltungsrat Führungspositionen im Konzern, Shinpei Okuno übernimmt mit sofortiger Wirkung die Rolle des Finanzvorstands.
Für eine Kapitalherabsetzung will das Unternehmen zudem die Zustimmung der Aktionäre einholen. Eine außerordentliche Hauptversammlung ist für den 18. Dezember angesetzt. Diese Personalie fällt in eine Phase ohnehin erhöhter Fluktuation im Führungsteam: Erst Anfang der Woche hatte Business Head Phil Geiger das Unternehmen verlassen, um Rollen bei Verify Wealth, dem Bitcoin Scholars Fund und Branta zu übernehmen.
Unklare Wallet-Transfers sorgen für zusätzliche Nervosität
Zusätzliche Unsicherheit lieferten Anfang der Woche On-Chain-Beobachter, die Transfers von 1.600 Bitcoin auf zwei neu angelegte Wallet-Adressen registrierten. Eine offizielle Bestätigung eines Verkaufs blieb aus, die Bewegungen wurden lediglich als möglicherweise verwahrungsbezogen oder vorbereitender Natur eingeordnet. Für Anleger, die ohnehin die Bitcoin-Bestände des Unternehmens genau verfolgen, bleibt damit ein Fragezeichen bestehen.
An der Börse zeigt sich die Aktie heute robust: Das Papier legt um 8,0 Prozent auf 1,49 Euro zu, nach einem Schlusskurs von 1,38 Euro am Vortag. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 21 Prozent zu Buche, während sich die Aktie seit Jahresbeginn um 33 Prozent verbilligt hat.
Die Kombination aus Verwässerungsabbau, internationaler Expansion und ungeklärten Bitcoin-Bewegungen zeichnet ein Bild eines Unternehmens im Umbruch, das versucht, das Vertrauen seiner Aktionäre zurückzugewinnen, ohne die operative Neuausrichtung zu verlangsamen.
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