Metaplanet tritt bei seinen Bitcoin-Käufen kräftig auf die Bremse. Japans Antwort auf Michael Saylor hat das schwächste Kaufquartal seit einem Jahr hinter sich. Die aggressive Einkaufsstrategie gerät ins Stocken.
Im zweiten Quartal erwarb der Konzern lediglich 2.823 Bitcoin. Das entspricht einem Gegenwert von rund 222 Millionen US-Dollar. Die Gesamtbestände des Unternehmens klettern damit auf 43.000 Token.
Ein positiver Aspekt für das Unternehmen: Der aktuelle Kaufkurs lag deutlich unter dem historischen Durchschnitt. Metaplanet zahlte 12,7 Millionen Yen pro Coin. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten über alle Bestände hinweg liegen bei 15,3 Millionen Yen. So senkt die Firma immerhin ihre langfristige Kostenbasis.
Neue Finanzierung ohne Verwässerung
Parallel dazu ändert das Management die Finanzierungsstruktur. Metaplanet nutzte für die jüngsten Käufe primär Kredite, Anleihen und Einnahmen aus dem Optionsgeschäft. Neue Aktien gab das Unternehmen kaum aus.
Das schont die Altaktionäre. Das Management verkauft nur dann neue Aktien, wenn das Marktumfeld stimmt. Der Aktienkurs muss dafür zwingend über dem Wert der gehaltenen Bitcoins liegen.
Die aktuelle Kaufzurückhaltung hat einen klaren Grund. Das Bitcoin-Portfolio notiert tief im Minus. Ende Juni bewertete Metaplanet die Bestände mit rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Bezahlt hatte die Firma ursprünglich gut vier Milliarden US-Dollar.
Ein nicht realisierter Verlust von 1,5 Milliarden US-Dollar belastet die Bilanz. Erschwerend kam ein schwaches Optionsgeschäft hinzu. Diese Einnahmen brachen im Vergleich zum Vorquartal um 41 Prozent ein. Dennoch bestätigte der Vorstand die Jahresprognose. Die Führungsetage wertet den Rückgang als normale Marktschwankung.
Expansion in den Finanzsektor
Trotz dieser Hürden baut Metaplanet das Geschäftsmodell weiter aus. Das Unternehmen übernimmt Siiibo Securities für 2,1 Milliarden Yen. Der Kauf soll am 13. Juli abgeschlossen werden. Siiibo wird dann zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft.
Die Übernahme markiert den Startschuss für Project Nova. Das Ziel: ein umfassendes Ökosystem für Bitcoin-Finanzdienstleistungen.
Anleger reagierten zum Wochenausklang erstaunlich positiv auf die Nachrichten. Die Aktie schloss am Freitag mit einem Plus von fast acht Prozent bei 1,23 Euro. Auf Wochensicht verzeichnet das Papier einen Gewinn von knapp 13 Prozent.
Die langfristige Realität sieht allerdings düsterer aus. Seit Jahresbeginn hat der Titel massiv an Wert verloren. Der Kurs verharrt aktuell rund 45 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Bis Ende 2026 will Metaplanet eigentlich 100.000 Bitcoin anhäufen. Hält das gedrosselte Kauftempo an, rückt diese ambitionierte Zielmarke in weite Ferne.
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