Trotz des jüngsten Vorstoßes der unabhängigen Direktoren von Metaplanet, die anhaltende Kritik an den Vergütungsplänen für Führungskräfte zu entschärfen, kommt das Unternehmen nicht zur Ruhe. Medienberichten von gestern zufolge stehen weiterhin zentrale Vorwürfe im Raum. Vor allem ungeklärte Transaktionen von CEO Simon Gerovich sowie dessen Verbindungen zum Großaktionär MMXX Ventures sorgen bei Anlegern für Verunsicherung.
Direktorenbrief lässt zentrale Fragen offen
Am Dienstag hatten die unabhängigen Vorstandsmitglieder in einer Mitteilung an die Aktionäre die Zuteilung der Aktienbezugsrechte aus der zehnten Tranche verteidigt. Sie begründeten das Vergütungsprogramm mit den frühen Investitionen sowie den geschäftlichen Risiken des Managements während der Neuausrichtung des Unternehmens.
Um Bedenken über eine Verwässerung zu begegnen, verwiesen die Direktoren auf Zugeständnisse: Die Anzahl der zugrunde liegenden Aktien sei um rund 41 Prozent reduziert worden. Durch diesen Schritt seien mehr als 220 Millionen $ an möglichem Optionswert gestrichen worden.
Zudem zog das Management den zuvor vorgeschlagenen Optionspool für Mitarbeiter zurück. Auch automatische Anpassungsklauseln für Anteile, die nach dem 1. September 2025 ausgegeben wurden, wurden aus dem Plan gestrichen. Dennoch blieben wesentliche Vorwürfe unbeantwortet.
Medienberichten zufolge ging die Stellungnahme nicht auf Gerovichs bereits früher ausgeübte Bezugsrechte ein. Auch das Verhältnis zum Anteilseigner MMXX Ventures thematisierte das Schreiben nicht. Parallel dazu erklärte Gerovich, dass das Analysehaus VanEck einen Abschnitt seines Berichts über die Optionsrechte wieder entfernt habe.
Verwässerungssorgen und volatile Treasury-Werte
Die Debatte um Governance und Kapitalverwässerung hinterlässt am Markt deutliche Spuren. Gestern notierte das Papier zum Handelsschluss bei 1,59 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich daraus ein Kursverlust von 50 Prozent. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 2,13 Milliarden Euro.
Erschwerend kommt die hohe Abhängigkeit von der Bilanzstrategie hinzu. Zwar stützte ein zwischenzeitlicher Anstieg des Bitcoin-Kurses vorübergehend den Wert der unternehmenseigenen Bestände, doch steigende Renditen für japanische und US-amerikanische Staatsanleihen dämpften diesen Impuls umgehend wieder ab.
Für Anleger bleibt die Unternehmensführung vorerst der bestimmende Belastungsfaktor. Solange die Vorwürfe um Gerovich und MMXX Ventures nicht transparent ausgeräumt werden, dürfte die Zurückhaltung am Markt anhalten.
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