Metaplanet Aktie: 9,66 Milliarden Yen Wandelanleihen vom EVO Fund

Metaplanet erweitert Bitcoin-Reserven durch neue Wandelanleihen über 59,5 Mio. Dollar. Trotz Kursverlusten hält der Konzern an seinen ambitionierten Bestandszielen fest.

Auf einen Blick:
  • Neue Finanzspritze für Bitcoin-Kauf
  • Bestand soll auf 100.000 BTC wachsen
  • Aktie trotz Expansion stark gefallen
  • Optionsgeschäft verzeichnet deutlichen Rückgang

Metaplanet treibt seine Bitcoin-Strategie über eine neue Finanzierungsrunde seiner Tochtergesellschaft weiter voran. Bitcoin Japan unterzeichnete am 17. Juli eine Vereinbarung mit dem EVO Fund über bis zu 9,66 Milliarden Yen, umgerechnet rund 59,5 Millionen Dollar. Die Struktur besteht aus Nullkupon-Wandelanleihen und Bezugsrechten auf Aktien. Ein erster Tranche von 662 Millionen Yen, etwa 4 Millionen Dollar, war unmittelbar für den Kauf von Bitcoin vorgesehen.

Die Finanzierung reiht sich in die aggressive Treasury-Strategie des Konzerns ein, der seinen Bitcoin-Bestand kontinuierlich ausbaut. Anfang Juli hatte Metaplanet bereits 2.823 Bitcoin für 170,7 Millionen Dollar zugekauft und damit den Gesamtbestand auf 43.000 Bitcoin im Wert von 2,6 Milliarden Dollar erhöht. Unter dem sogenannten „555 Million Plan“ strebt das Unternehmen bis Jahresende 100.000 Bitcoin an, bis Ende 2027 sollen es 210.000 sein – ein Ziel, das bei gleichbleibenden Bitcoin-Preisen einen Kapitalbedarf von etwa 10 Milliarden Dollar erfordern würde. Die neue Wandelanleihen-Konstruktion über den EVO Fund liefert dafür einen weiteren Baustein.

Kurs bleibt weit unter Vorjahresniveau

Am Aktienmarkt hinterlässt die anhaltende Kapitalbeschaffung bislang wenig Spuren im Kurs. Das Papier schloss am Freitag bei 1,23 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 44,91 Prozent zu Buche, und gegenüber dem 52-Wochen-Hoch notiert die Aktie rund 80 Prozent tiefer. Die Diskrepanz zwischen fortlaufend wachsendem Bitcoin-Bestand und schwacher Kursentwicklung verdeutlicht, wie stark die Investorenwahrnehmung von Metaplanet unter Druck steht – trotz der Ausweitung der Treasury-Position bleibt die Bewertung der Aktie deutlich unter dem Niveau des vergangenen Jahres.

Ein zusätzlicher Dämpfer kam Ende Juni: Metaplanet wurde aus dem S&P Japan Mid Cap 100 entfernt. Für ein Unternehmen, dessen Marktprofil durch die riskante Bitcoin-Treasury-Strategie stark gestiegen war, markiert dies einen Rückschlag im institutionellen Sichtbarkeitsprofil, auch wenn direkte operative Auswirkungen bislang nicht erkennbar sind.

Optionsgeschäft schwächelt, Verlust im ersten Quartal hoch

Neben dem Bitcoin-Aufbau bleibt das Bitcoin Income Generation-Geschäft, das Prämieneinnahmen aus Optionsgeschäften generiert, ein wichtiger Ertragsbaustein. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verbuchte dieser Bereich operative Erträge von 1,747 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 11 Millionen Dollar – ein Rückgang von 41 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für das erste Halbjahr summierten sich die Erträge aus diesem Segment auf 4,717 Milliarden Yen. Auf rollierender Zwölfmonatsbasis zeigte sich dagegen ein Anstieg auf 11.396,4 Millionen Yen, nach 10.779,7 Millionen Yen im Quartal zuvor. Im ersten Quartal hatte Metaplanet zudem einen Nettoverlust von 114,5 Milliarden Yen ausgewiesen, der maßgeblich auf Bewertungsverluste des Bitcoin-Bestands zum Bilanzstichtag zurückging.

Die vor rund einem Monat abgeschlossene Übernahme von Siiibo Securities für 2,1 Milliarden Yen bleibt Teil der langfristigen Ausrichtung: Die Umwandlung in eine hundertprozentige Tochtergesellschaft soll Ende August abgeschlossen sein, anschließend firmiert das Unternehmen als Metaplanet Securities – der erste konkrete Schritt der „Project Nova“-Strategie, mit der Metaplanet ein Bitcoin-Finanzökosystem aufbauen will. Seit der Übernahme im Juni hat sich der Aktienkurs kaum bewegt.

Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf die nächsten Quartalszahlen, die je nach Datenanbieter Mitte August erwartet werden – konkrete Termine stehen noch nicht offiziell fest. Anleger dürften dabei besonders auf die Entwicklung des Optionsgeschäfts sowie auf weitere Fortschritte bei der Kapitalbeschaffung über Bitcoin Japan achten.

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