Metaplanet gerät weiter unter Druck – trotz einer Erholung des Bitcoin-Kurses. Die Aktie des japanischen Unternehmens notiert bei 1,55 Euro und verliert damit heute rund 8 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf knapp 10 Prozent.
Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der die Aktie inzwischen weit von ihren früheren Höchstständen entfernt hat: Zum 52-Wochen-Hoch von 4,82 Euro, notiert im September vergangenen Jahres, beträgt der Abstand aktuell 68 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Minus von 30 Prozent zu Buche.
Bestandsbestätigung sollte Zweifel ausräumen
Hintergrund der jüngeren Nervosität um den Titel war eine Transaktion von 5.014 Bitcoin, die Metaplanet-CEO Simon Gerovich Mitte August zwischen eigenen Adressen des Unternehmens verschoben hatte. Gerovich stellte klar, dass es sich dabei um eine reine Custody-Operation handelte und nicht um einen Verkauf. Der Gesamtbestand von 43.000 BTC blieb nach seinen Angaben unverändert.
Diese Klarstellung liegt inzwischen mehrere Wochen zurück, wirkt aber weiter nach: Anleger bewerten Metaplanet nach wie vor primär über den Wert seines Bitcoin-Bestands im Verhältnis zum Unternehmenswert.
Aktuellen Berechnungen zufolge liegt der Unternehmenswert von Metaplanet unterhalb des Nettoinventarwerts der gehaltenen Bitcoin-Bestände – ein Verhältnis von rund 0,90. Der durchschnittliche Einstandspreis der Bitcoin-Käufe des Unternehmens liegt zudem deutlich über dem aktuellen Marktpreis der Kryptowährung, was einen spürbaren unrealisierten Buchverlust auf den Bestand bedeutet.
Bitcoin-Erholung stützt Aktie nicht
Der Bitcoin-Kurs hatte sich in den vergangenen Tagen erholt, getragen von Spekulationen auf eine Zinspause der US-Notenbank. Diese Entwicklung schlägt sich bei Metaplanet derzeit nicht in einer entsprechenden Kurserholung nieder – im Gegenteil, das Papier verliert deutlich, während die Kryptowährung zeitweise zulegte. Das unterstreicht, dass die Aktie momentan stärker von unternehmensspezifischen Faktoren und der allgemeinen Risikoaversion gegenüber gehebelten Krypto-Beteiligungen getrieben wird als vom reinen Bitcoin-Kurs.
Zusätzliche Bewegung in der Aktionärsstruktur brachte eine Meldung an die japanische Finanzaufsicht vom heutigen Freitag: Gerovich selbst reichte einen Bericht über Veränderungen seines Aktienbesitzes ein. Grund war die Ausübung von Bezugsrechten (Neuaktien-Optionsscheinen), durch die er zusätzliche Metaplanet-Aktien erwarb. Als Stichtag für die Meldepflicht wurde der 28. August genannt.
Volatilität bleibt hoch
Für Anleger bleibt Metaplanet damit ein Hochrisiko-Investment mit ausgeprägter Kursschwankung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität der Aktie liegt bei 79 Prozent – ein Wert, der die Nervosität rund um den Titel unterstreicht. Der RSI von 54,4 signalisiert dabei aktuell weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation, sondern eine Marktlage ohne klare Richtung.
Solange der Bitcoin-Kurs nicht deutlich und nachhaltig über die durchschnittlichen Einstandskosten von Metaplanet steigt, dürfte der Abschlag der Aktie gegenüber dem reinen Bitcoin-Nettoinventarwert bestehen bleiben. Die jüngste Kursschwäche zeigt, dass Anleger dem Unternehmen trotz bestätigtem Bestand und Klarstellungen des Managements weiterhin skeptisch gegenüberstehen.
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