Shareholder-Benefits, Stablecoin-Kampagnen, Bitcoin-Verlosungen — Metaplanet hat in dieser Woche sein Aktionärsprogramm kräftig ausgebaut. Der Kurs ist trotzdem gefallen. Auf ein neues 52-Wochen-Tief.
Freitag markiert den Tiefpunkt
Am Freitag schloss die Aktie bei 1,09 Euro — ein Minus von 4,50 Prozent für den Tag. Auf Wochensicht verlor das Papier knapp 16 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 1,06 Euro markierte Metaplanet ebenfalls am Freitag. Der Abstand dazu beträgt aktuell weniger als drei Prozent.
Die längerfristigen Zahlen sind noch deutlicher. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Minus fast 88 Prozent — gemessen am 52-Wochen-Hoch von 9,72 Euro, das vor genau einem Jahr erreicht wurde.
Stablecoin statt Cash
Das frischeste Unternehmensthema der Woche war ein Aktionärsprogramm mit HashPort und JPYC. Metaplanet will berechtigten Aktionären Preise im Gesamtwert von mehr als 1,5 Millionen Yen in JPYC auszahlen — einem Yen-denominierten Stablecoin. Die Verteilung läuft als Lotterie für die ersten 1.000 Teilnehmer, mit Gewinnstufen von 100.000, 10.000 und 1.000 JPYC.
Das Unternehmen ordnet die Initiative seinem „Wealth“-Thema zu. Parallel dazu läuft ein Coincheck-Programm: Insgesamt 20 Millionen Yen in Bitcoin sollen ausgeschüttet werden, verteilt auf 1.550 Gewinner. Hinzu kommt ein Gutschein-Programm über 3 Millionen Yen unter dem „Joy“-Banner.
Der Markt hat das alles registriert — und ist trotzdem verkauft. Loyalitätsprogramme lösen keine Bewertungsfragen.
Das eigentliche Problem: der Bitcoin-Discount
Metaplanet hält laut eigenen Angaben 40.177 Bitcoin mit einem Einstandswert von rund 623 Milliarden Yen. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei etwa 15,5 Millionen Yen pro Bitcoin.
Investoren bewerten das Unternehmen aber nicht einfach nach dem Marktwert dieser Bestände. Die zentralen Fragen drehen sich um Verwässerungsrisiken durch weitere Kapitalmaßnahmen, Buchverluste bei Bitcoin-Volatilität und die Fähigkeit, neue Käufe zu finanzieren, ohne bestehende Aktionäre weiter zu belasten.
Das technische Bild verstärkt den Druck. Der RSI liegt bei 27,7 — rechnerisch überverkauft. Allerdings notiert die Aktie rund 29 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als 53 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 63 Prozent zeigt, wie instabil der Handel bleibt.
Solange das Management keine klareren Signale zur Finanzierungsstrategie gibt, dürfte die Bewertungslücke das dominierende Thema bleiben — unabhängig davon, wie kreativ die nächste Aktionärskampagne ausfällt.
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