Mehr Aktionäre, mehr Bitcoin — und trotzdem bricht der Kurs ein. Metaplanet steht vor einem klassischen Widerspruch: Das japanische Unternehmen wächst aggressiv, doch die Börse bestraft es dafür.
212.000 Aktionäre, aber fallende Kurse
Metaplanet zählt inzwischen 212.571 Aktionäre in Japan. Das entspricht rund 0,2 Prozent der japanischen Bevölkerung und einem Anstieg von 66 Prozent gegenüber früheren Meldezeiträumen. Der Zuspruch aus der Privatanlegerschaft wächst also deutlich.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Am Montag schloss die Aktie bei 1,16 Euro — ein Rückgang von 88 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 9,72 Euro, das vor genau einem Jahr erreicht wurde. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp die Hälfte ihres Werts verloren. Der RSI liegt bei 34,8 und nähert sich damit überverkauftem Terrain.
Siiibo-Kauf und die 210.000-BTC-Wette
Im Juni 2026 übernahm Metaplanet die japanische Siiibo Securities für 13 Millionen Dollar. Das Ziel: eine eigene Infrastruktur, um Bitcoin-bezogene Anlageprodukte direkt an die wachsende Aktionärsbasis zu verkaufen. Metaplanet hält aktuell 40.177 BTC und gilt als größter börsennotierter Bitcoin-Halter Asiens.
Das reicht dem Unternehmen nicht. Bitcoin-Stratege Dylan LeClair bestätigte das Ziel von 210.000 BTC bis Ende 2027 — rund ein Prozent des gesamten umlaufenden Bitcoin-Angebots. Dafür fehlen noch knapp 170.000 BTC.
Milliardenschwere Finanzierung mit Verwässerungsrisiko
Der Weg dorthin ist teuer. Auf Basis aktueller Marktpreise braucht Metaplanet zwischen 16 und 18 Milliarden Dollar. Zur Finanzierung plant das Unternehmen eine Eigenkapitalfazilität von 5,4 Milliarden Dollar — über neue Aktien, Vorzugsaktien und Warrants.
Analysten warnen vor erheblichen Verwässerungsrisiken für bestehende Aktionäre. Das modifizierte Net Asset Value (mNAV) liegt aktuell bei rund 0,9. Die Aktie notiert also bereits unter dem Wert der gehaltenen Bitcoin.
Das eigentliche Problem ist das Tempo. Metaplanet kauft derzeit rund 5.075 BTC pro Quartal. Um das 2027-Ziel zu erreichen, müsste das Unternehmen dieses Tempo verzehnfachen. Während Wettbewerber wie Strategy Bitcoin-Verkäufe von bis zu 1,25 Milliarden Dollar für Dividenden und Rückkäufe genehmigt haben, bleibt Metaplanet im reinen Akkumulationsmodus — mit allem, was das an Kapitalrisiko bedeutet.
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