Metaplanet steckt in der schwersten Vertrauenskrise seit langem. Innerhalb von zwei Handelstagen büßte die Aktie rund 17 Prozent ein, nachdem CEO Simon Gerovich seine Verbindungen zu MMXX Ventures öffentlich verteidigen musste. Am Dienstag schloss das Papier bei 244 Yen, ein Tagesminus von 9,96 Prozent bei einem Handelsvolumen von 34,515 Millionen Aktien.
Ein Post, der alles ins Rollen brachte
Auslöser war ein Statement, das Gerovich am Sonntag auf der Plattform X veröffentlichte. Darin räumte er ein, das Unternehmen habe es „nicht gut genug geschafft, dies klar zu erklären“ – gemeint war die umstrittene Ausweitung des Aktienoptionsprogramms der Serie 10 für Führungskräfte.
Der CEO betonte zugleich, er sei zwar ein bedeutender, aber nicht mehrheitlicher Anteilseigner der Muttergesellschaft von MMXX Ventures, einem Metaplanet-Aktionär. Er habe weder eine Direktoren- noch eine Geschäftsführerfunktion bei MMXX inne und treffe dort keine Investment- oder Handelsentscheidungen.
Die Beruhigungsversuche verfehlten ihre Wirkung. Bereits am ersten Handelstag nach der Veröffentlichung fiel die Aktie um 7,5 Prozent, am Folgetag beschleunigte sich der Ausverkauf auf knapp zehn Prozent.
Aktionäre, die unter Namen wie „The Bitcoin Pharaoh“ oder „Ragnar“ auf X aktiv sind, forderten Gerovich auf, die Eigentümer von MMXX offenzulegen, klarzustellen, ob er von früheren Aktienverkäufen der Firma profitiert habe, und den Optionspool nicht nur einzufrieren, sondern auf seine ursprüngliche Größe zurückzuführen.
Der Optionspool als Dauerbrenner
Hintergrund der Aufregung ist eine vor gut drei Wochen beschlossene Änderung der Bezugsrechtsbedingungen, die den Optionspool auf 319.464.000 potenzielle Aktien festschrieb – rund ein Viertel des Unternehmens, statt der ursprünglich vorgesehenen 20 Prozent der voll verwässerten Aktien.
Metaplanet selbst räumte in der zugehörigen Mitteilung ein, der Mechanismus verstärke die Verwässerung bestehender Aktionäre. Seit dieser Anpassung hat sich der Kurs zunächst leicht erholt, ehe der Vertrauensverlust um Gerovichs MMXX-Verbindungen die Erholung wieder zunichtemachte.
Zusätzliches Gewicht bekommt die Debatte durch Gerovichs eigene Transaktion: Ende August übte er 92.000 Bezugsrechte aus und erhielt dafür 64.032.000 Stammaktien, wodurch sein persönlicher Anteil von 15.555.500 auf 79.587.500 Aktien stieg. Für Papiere im Wert von 15,6 Milliarden Yen zahlte er lediglich 640 Millionen Yen.
Bewertung unter Druck
Die aktuellen Marktdaten spiegeln die angespannte Lage wider: Mit einem Schlusskurs von 1,39 Euro notiert die Aktie 71 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,82 Euro, das im September vergangenen Jahres erreicht wurde.
Auf Jahressicht steht ein Minus von 38 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs um 69 Prozent nahezu gedrittelt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 81 Prozent zeigt, wie nervös der Handel mit dem Titel derzeit verläuft.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob Metaplanet die Governance-Zweifel ausräumen kann, bevor weiterer Vertrauensverlust die fundamentale Bitcoin-Strategie überschattet. Die Aktionärsbasis war zuletzt auf über 250.000 gewachsen, fast eine Vervierfachung binnen Jahresfrist – ein Fundament, das bei anhaltender Kommunikationskrise ins Wanken geraten könnte.
