Mark Zuckerberg hat geliefert. 56,31 Milliarden Dollar Umsatz im ersten Quartal, die Analysten hatten im Schnitt 55,45 Milliarden erwartet. Täglich nutzen inzwischen mehr als 3,56 Milliarden Menschen mindestens eine der Meta-Apps, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und trotzdem rauschte die Meta-Aktie nachbörslich um 7 Prozent nach unten. So sieht ein Erfolg aus, der keiner ist.
Der Haken: noch mehr Geld ausgeben
Meta hebt seine Investitionsplanung für 2026 erneut an. Statt bisher 115 bis 135 Milliarden Dollar sollen nun 125 bis 145 Milliarden in Infrastruktur fließen, vor allem in KI. Zuckerberg rollte auf dem Earnings Call aus, dass Meta gerade mehr als ein Gigawatt eigener Chips ausliefert, entwickelt gemeinsam mit Broadcom, dazu eine erhebliche Menge AMD-Chips. CFO-seitig kamen Hinweise auf neue Mehrjahresverträge mit Cloud-Anbietern und Infrastrukturpartnern, die allein im ersten Quartal vertragliche Verpflichtungen von 107 Milliarden Dollar nach oben trieben.
Gil Luria, Managing Director bei D.A. Davidson, brachte es auf den Punkt: Die Ergebnisse hätten die Erwartungen erfüllt, aber nicht beeindruckt, vor allem im Vergleich zu den deutlich stärkeren Zahlen von Google. Und die steigenden Ausgaben kämen ohne entsprechende Senkung der operativen Kosten. Das ist eben die Rechnung, die Anleger gerade nicht sehen wollen.
Jugendschutz: ein Risiko mit offenem Ende
Dann ist da noch die andere Baustelle. Meta warnt explizit davor, dass rechtliche und regulatorische Gegenreaktionen in der EU und den USA das Geschäft erheblich belasten könnten. Wörtlich heißt es, weitere Verfahren in diesem Jahr in den USA könnten letztlich zu einem erheblichen Verlust führen.
Tausende Klagen von Kommunen, Schulbezirken und Einzelpersonen, die Meta vorwerfen, seine Plattformen süchtig machend und schädlich für Kinder gestaltet zu haben, stehen noch aus. Ein zweiter Teil eines Verfahrens in New Mexico, ein Fall in Kalifornien, der als Präzedenz für knapp 2.000 ähnliche Klagen gilt. Details zur Schadenshöhe nannte das Unternehmen nicht.
Meta Platforms Aktie Chart
Analyst Britzman sieht Überreaktion
Matt Britzman von Hargreaves Lansdown hält die Reaktion der Anleger auf die höheren Ausgaben für übertrieben. Der Anstieg spiegele vor allem teurere Speicherpreise wider, nicht eine grundlegende Änderung der Investitionsstrategie. Mag sein. Aber Zuckerberg selbst sagte auf dem Call, man baue die nächste Entwicklungsstufe des Unternehmens rund um Menschen, die KI nutzen, um effizienter zu bauen, und man straffe Teams, die nicht größer sein müssten als nötig. Das klingt nach Umbau, nicht nach Routine.
Für das zweite Quartal erwartet Meta einen Umsatz zwischen 58 und 61 Milliarden Dollar, grob im Rahmen der Schätzungen von 59,5 Milliarden. Laut Emarketer wird Meta in diesem Jahr erstmals Alphabet als weltgrößten Online-Werbevermarkter überholen, mit erwarteten 243,46 Milliarden Dollar globalem Nettowerbe-Umsatz. Alphabet käme demnach auf 239,54 Milliarden. Ein historischer Moment, der nachbörslich aber bisher niemanden interessiert hat.
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